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Jüdische Turnzeitung · 1905-01-01 · 1 (1.1905) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
1 (1.1905)
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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12 No. 1 wendigerweise auf diejenigen Uebungen beschränkt bleiben müssen, die im geschlossenen Raum betrieben werden; und da kommt vor allem das Turnen in Betracht, dessen geradezu einziger Wert garnicht genug betont werden kann, weil es unter sachkundiger Anleitung das ideale Mittel zur Ausbildung jedes vorhandenen Muskels, jeder vorhandenen Funktion darstellt, wenn es nach der weise echter Turner in häufigen Wandermärschen und Turnreisen seine willkommene Ergänzung findet. Nun ist aber Turnen eine Kunst, die frühgelernt und dauernd geübt sein will. Der ältere Berufsmensch, der nie Uebung hatte oder sie verlor, fühlt sich leicht im Kreise der jüngeren, ungleich gewandteren Kameraden gedrückt, nicht an seinem Platze. Die Sache macht ihm keinen Spassj er kommt leicht dahin, sich zu „drücken," in der Riege zH faullenzen, zu schwatzen, statt etwas zu leisten: und dann kann riatürlich der beste Turnwart und der schneidigste Turnverein nichts leisten. Darf doch auch nie vergessen werden, dass die Heilwirkung des Sports gerade so seht auf dem psychischen Lustfaktor, wie auf der physiologischen Umstimmung beruht! Solchen Männern kann nichts dringendet empfohlen werden als die Fechtkunst. Alle Arten des Fechtens, auggenommen das akademische Schlägerfechten, beanspruchen mehr oder minder die gesamte Körper* muskulatur; und der dauernde Wettkampf hat einen be* sonderen Lustwert, zumal wenn es sich um Gegner handelt, die einander gewohnt sind. Ausserdem wird in grösseren Fechtvereinigungen so gut der grösste Stümper wie der teschulte Fechtmeister seinen ungefähr ebenbürtigen Gegnei nden, so dass der psychologische Druck niemals allzö schwer werden dürfte. Soweit Verfasser fechterisch orientiert ist, ist von allen Unterarten dieser edlen Kunst das italienische Floret — und Säbelfechten das vom Standpunkt der allgemeinen Uebung aus am meisten zu empfehlende; denn es hat „freie Mensur" und erfordert daher ein fortwährendes blitzschnelles Avancieren und Retirieren, so dass nicht nur Arme und Brust, sondern auch Rumpf und Unterextremitätett in der kräftigsten Weise beansprucht werden. Dass kaum eine Muskelgruppe von dieser segensreichen inneren Durchknetung frei bleibt, kann Verfasser jedesmal konstatieren, wenn er nach einer längeren Pause bei Meister Schiavont seine lezione von einer kleinen Viertelstunde absolviert hat .Hergenommen," wie kaum nach einer dreistündigen Radfahrt oder einer sechsstündigen Bergkraxelei, erfährt er vierundzwanzig Stunden später durch das in allen seinen Muskeln — viele fehlen gewiss nicht — rumorende Tnrnfieber, welche gewaltige Stoffwechselumstimmung er durch- Simächt hat, welchen Muskelwachstumreiz er erhalten hat em Fechtsport ist ausserdem noch aufs Kredit zu schreiben» dass er, wie kaum ein anderer, die eiserne Ruhe der Seele

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