Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 1 (1.1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 11 dieser grossen geschichtlichen Gegensätze geleistet hat, als selbst Eisenbahn und Presse, Es hat sich in neuerer Zeit eine gewisse Abkehr vom Fahrradsport in den Kreisen der bemittelten Klassen bemerkbar gemacht, nachdem eine Zeit lang die Velomanie alles andere zu verschlingen drohte. Umgekehrt scheint er in den unteren Schichten immer mehr an Anhängerschaft zu gewinnen. Und in diesem Gegensatz spricht sich, unserer Meinung nach, ein gesunder Instinkt aus. Für den doch in der Regel kräftig, wenn auch einseitig körperlich tätigen Fabrikarbeiter ist das Radeln an sich ein völlig genügendes Gegengewicht, weil es eben andere Muskelgruppen anspannt, als die im Beruf geübten, und vor allem, weil es die Seelen-- Tätigkeit auf andere Punkte hinlenkt. Für den Schreibtisch- Äenschen aber, dessen gesamte Muskulatur untätig brächest, genügt es nicht ganz. Und so glauben wir, wird das Fahrrad unter den Kopfarbeitern zwar nicht seine Herrschaft, aber wohl seine Alleinherrschaft immer mehr einbüssen, in dem Masse, wie sich das Verständnis von der Notwendigkeit der Körpertäügkeit immer mehr einbürgert. Man wird hier das Rad als eine willkommene Ergänzung zu anderem Sport brauchen lernen. Eine geradezu ideale t Kombination mit dem Radeln ist der Bergsport. Es lässt sich bei geschickter Einrichtung sehr wohl eine Tour derart zusammenstellen, dass man die für den echten Bergsteiger unerträglich langweiligen und zeitraubenden Chausseemärsche vermeidet, nüt dem Rade irgend einen Zentralpunkt der Alpinistik erreicht, dort den Pneumatik mit dem Nagelschuh vertauscht, Um nach einer Serie von Hochtouren das Rad wieder zu besteigen...' So hat Verfasser dieses vor zwei Jahren deft ganzen Weg durch das Lechtal, von Füssen bis Elbigenalp, auf dem Rade zurückgelegt, hat von dort mehrere der Lechjaler Hochgipfel bestiegen und ist dann wieder LechabAfarts, über de;i Plansee u id durch das . Ammertal nach Ober- "avt.'rn zurückgelangt. Ein anderes Mal hat er von München aus über Partenkirchen und den Fempass St. Anton mit ^fa Rade erreicht, hat im Ferwall Patterjol und Kuchenspitze neben einer Anzahl geringerer Hochgipfel erstiegen, *«t dann über den Arlberg hinüber ins Rheintal und über den Waüensee nach Glarus geradelt, hat Tödi, Finsterahorn j ° Jungfrau bestiegen und fand bei der Ankunft in Brigue «n Oberwallis sein treues Stahlross schon seiner harrend, °as ihn dann Rhoneabwärts bis zum Genfersee, und über j^euburgerundBielersee an den Oberrhein trug. In solcher ^ombination verliert das Rad alle Untugenden seiher Einseitigkeit, und es bleiben nur noch seine strahlenden Agenden zurück. . Nunj eine derartige Kombination ist nicht immer inögil0«; und da wird der Schreibtischmensch auf andere ^0mpensationen zu denken haben. Seine "Wallt wird not-