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Jüdische Turnzeitung · 1905-01-01 · 1 (1.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
1 (1.1905)
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 1 7 dazu: In Geldsachen hört bekanntlich die Gemütlichkeit auf. Man ist nie sicher, ob nicht der Idealismus eines Vereinskassierers soweit geht, seine Buchhaltergewandtheit dazu zu benutzen, von einem regulären Einnahmeposten gleich eine irgendwie in Zusammenhang stehende Ausgabe in Abzug zu bringen, so daß also nur der Weine Saldo versteuert würde. Wir sehen schon im Geiste, daß die Durchführung der Idee die Einsetzung einer gewiegten Steuerveranlagungs-Kommission mit sich bringt. Und davor behüte uns der Allmächtige! Also, es wird mithin bei der alten Einschätzung bleiben müssen! Und das heißt, daß, wenn unsere Bewegung und unsere Vereine nicht plötzlich eine ungeahnte aufsteigende Entwickelung nehmen, der Status vorläufig der gleiche bleiben wird. Wie aber soll mit diesen Einnahmen der Ausgabenetat des Verbandes bestritten werden? Die Jüdische Turnzeitung, die zwei Drittel der Gesamteinnahmen verschlingt, hat in den ly» Jahren ihres Bestehens, trotzdem sie sich kräftig weiter entwickelt hat, eine größere Anleihe aufnehmen müssen, und es wird sehr großer Anstrengungen bedürfen, sie vor einer weiteren Schuldenlast zu bewahren« Ihr darf jedenfalls von den bewilligten zwei Drittel Einnahmen nichts genommen werden, außer wenn man sich entschließen würde, die Zeitung an Umfang zu verringern. Das aber wird niemand befürworten Mit dem letzten Drittel soll nun der Verband wirtschaften. Damit soll er Propaganda machen, davon seine Verwaltungskosten decken, schwachen Vereinen unter die Arme greifen usw. usw. Und dabei gehen von diesem Drittel noch diejenigen Beträge ab, die den Vereinen gestundet oder erlassen werden! Was bleibt dann übrig? Nicht soviel, um deswegen eine komplizierte Buchführung zu führen und ein eigenes „Schatz"meisteramt zu erhalten!. Aber wir gebrauchen, wenn wir bestehen wollen, Geld, Geld und nochmals Geld. Da steht dann nur noch der eine Weg offen, der freilich (von einem auf seine eigene Kraft bauenden Turnersmann nur ungern betreten wird. Wir bedürfen, um unsere Verbandsmaschine in eine produktive Tätigkeit zu bringen, eines Antriebsdynamos. Haben wir den zur Anschaffung .dieses Apparates erforderlichen Fonds, dann ist alles gewonnen, dann rentiert sich unsere Tätigkeit und wir werden vielleicht nicht nur den zuvörderst verausgabten Fonds im Laufe der Arbeit wieder ansammeln, sondern diesen Fonds noch vergrößern können. Deswegen geht mein Vorschlag dahin, einen Verbandsfonds zu schaffen. Einige Tausend Mark genügen als Betriebskapital vollauf. Woher diese aber erhalten? Nicht bloß von den Wohlhabenderen unter uns Turnern, sondern auch vor allem von den zahlreichen Freunden und Gönnern unserer Bestrebungen außerhalb der Turnvereine. — So einfach und handgreiflich alle unsere zukünftige Arbeit vor uns liegt, so zuversichtlich wir darauf hoffen dürfen, daß die Durchführung unserer Vorschläge uns unserem Ideale näher bringen wird, »o wenig dürfen wir im Hinblick darauf das Gefühl der Verantwortlichkeit für unser Tun verlieren. Nur, wenn wir uns von dem, wa«

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