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Jüdische Turnzeitung · 1904-12-01 · 12 (12.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
12 (12.1904)
Date
1904-12-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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226 Xo. 12 weiter, „lernten vier Turner: Pischon, Zenker I., Moliere und Dürre bei Benecke, dem Lehrer und Vorschwinger am Cadettenkorps, das Schwingen. Sie fingen den 11. Januar 1812 an und hatten alle Mittwoch und Sonnabend ihre Stunden nach der Schule von 12—1 Uhr. Am 1. April fiel sich Dürre, als er über drei hintereinander stehende Freunde den Längensprung machen wollte, und der hintere den Arm zu früh erhob, den linken Arm aus der Ellenbogenpfanne und konnte deshalb die Stunden, die bis Ende April fortdauerten, nicht weiter mit nehmen. In den wenigen noch frei bleibenden Stunden trat Eiselen für ihn ein. Pischon fing schon im April an, einige Schüler in besonderen Stunden zu bilden; Dürre und Zenker taten dasselbe, Moliere hat nie eine Stunde gegeben. Eiselen, der noch nicht viel erlernt hatte, kam in meine Stunde." — Von dreien derselben Turner wurde dann das Schwingen (Voltegiren) auf einem Fechtboden, welchen eine Gesellschaft von Männern, an deren Spitze Friesen stand, im Veröna'schen Saale zwischen Linden- und Behrenstrasse gemietet hatten, mit einer kleinen Schaar gewandter Turner bis zum Juli 1812 fortgesetzt. »Mit der Auflösung des von Friesen gestifteten Fechtsaales im Juli 1812", berichtet dann Dürre weiter, „wurde das Schwingpferd der Plamann'schen Anstalt zur Benutzung gestellt und fand, auch zur Uebung für andere Turner, wie noch später, 1816 und 1816, in einem besonderen Saale, eine Stelle in einem Treibhause mit Fliesenboden, darauf in einer entpflasterten Wagenremise, in der leider Pferd und Springer fast im Staube versanken. Zu der Schwingstunde mit Plamann'schen Schülern zog Friesen auch einige andere. Die früher von Pischon, Zenker, Dürre geleiteten Schwingstunden dauerten fort. Mit dem August 1812 richtete auch Eiselen eine Schwingstunde ein. Sie dauerte bis Mitte Herbstmonds, wo Eiselen verreiste. Nach seiner Rückkehr in der Mitte des September wurde sie fortgesetzt. Auf dem Turnplatze selbst wurden drei Schwingel ohne Pauschen von verschiedener Länge und Dicke zu Schwing Vorübungen eingesetzt. Es waren dies nur abgerundete Baumstämme auf festen Ständern. Pischon hatte die Benecke'schen Schwingstunden bearbeitet. Das Manuscript war bei Abfassung meines Berichtes noch vorhanden. Befände es sich noch in Eiselen's Nachlass, so wäre seine Veröffentlichung gewiss interessant. Alle Ausdrücke waren französisch: Damenaufsitzen für Jungfernsprung, Revers für Längensprung rückwärts, Changement für Scheere, Tournee für Schraube, Esquüet (oder schlecht ausgesprochen Stilet) für Rad, Esquilet mit beiden

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