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Jüdische Turnzeitung · 1904-12-01 · 12 (12.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
12 (12.1904)
Date
1904-12-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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No. 12 225 der seinen Mitgliedern neben anderem Gutem auch Gelegenheit zum Turnen, und zwar in einer eigenen Turnabteilung, verschafft. Mein Anerbieten, in diesem Verein einen Vortrag über unsere Bewegung zu halten, wurde in liebenswürdigster Weise acceptiert, und ich darf sagen, dass der Vortragsabend in Aachen einen starken Erfolg unserer Sache bedeutet. Das zeigte sich vor allem in der Diskussion, an der sich zahlreiche Herren, und in besonders warmer Weise Herr Rechtsanwalt Dr. Löwenstein, beteiligten, und die zu dem erfreulichen Ergebnis einer einmütigen Zustimmung der Versammlung zu unserem Verbandsprogramm führte. Einen besonders nachhaltigen Eindruck machte eine Rede des Vereinsvorsitzenden, der, ein langjähriger Turner derDeutschen Turnerschaft, die anfanglichen Einschränkungen seiner Sympathie für unsere Sache fallen liess, und sich unumwunden und begeistert dahin äusserte, dass in einer grossen öffentlichen Versammlung, zu der auch die Damen eingeladen werden müssten, die Bedeutung unserer Bestrebungen nochmals dargelegt werden sollte. Blicke in die Geschichte unserer Turngeräte. Von Alfred Flatow, Berlin. (Schluss). Auf dem ersten Jahn'sehen Turnplatze, der bekanntlich im Juni 1811 eröffnet wurde, wurde das Springen am Pferd (Schwingen) von allem Anfang an geübt. Das Gerät hierzu war allerdings nichts weiter als ein ziemlich dicker Schwebebaum, das erste Turnzeug, das überhaupt auf diesem Turnplatze entstand. — Der erste Lehrmeister für diese Uebungen war Friedrich Friesen. Ueber den Entwickelungsgang, den das Pferdspringen in den Jahren 1811—1815 durchzumachen hatte, erfahren wir aus Dr. Chr. Ed. L. Dürres: „Aufzeichnungen, Tagebücher und Briefe aus einem deutschen Turneruod Lehrerleben- (Leipzig 1881) mancherlei Interessantes. Ueber den Sommer 1811 berichtet Dürre: ,Friesen konnte sich nur am Freitag frei machen und kam dann, um an dem Stammende des Schwebebaumes mit uns einzuüben : Längensprünge mit und ohne Anlauf, das Abwippen, das Heben auf den Händen, den Katzensprung, das einfachste Auf- und Absitzen von der Seite: das war freilich blutwenig, aber immer ein guter Anfang für ziemlich versteifte Burschen, auf einem einfachen Baumende, das keine Pauschen und kein Polster hatte. Es war genug, um in Mehreren eine Begierde nach Weiterbildung zu erwecken." Diese Begierde nach Weiterbildung zu befriedigen, bot der Winter Gelegenheit. „Mit dem Winter-, so lesen wir

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