Mannheim
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Jüdische Turnzeitung · 1904-12-01 · 12 (12.1904) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
12 (12.1904)
Date
1904-12-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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222 Xo. 12 Individuum zurück zu geben, als seine weitere Heilung durch vernünftige, lustvolle, körperliche Uebung. Denn es darf nicht vergessen werden, dass unsere Muskulatur, als das einzige unserem bewussten Willen unterstellte Organ, klarerweise auch das einzige Mittel sein kann, um durch den eigenen bewussten Willen körperliche Störungen auszugleichen. Wer also nicht mehr an die Hexenkraft von „Medizin" im Sinne indianischer Zaubermittel glaubt, — und wer tut das heute noch? — der mag ein anderes Mittel angeben, durch das der Körper von innen heraus beeinflusst werden könnte, als eben — Muskelbewegung, und zwar spielende Muskelbewegung, Sport. rschiim fown Bericht über eine im Auftrage der „Jüdischen Turnerschaft" unternommene Propajrandareise- Von Dr. jur. M. Zirker. (Schluss.) Und nunmehr nach Mannheim! Nordaus „Muskeljudentum'' gab hier den ersten Anstoss zur Errichtung einer jüdischen Turnriege, der sich zuerst etwa 20 junge Leute anschlössen, zu deren Turnabenden aber bald immer weniger Teilnehmer erschienen. Eine leider nicht seltene Erscheinung in unseremLager! Trotz tatkräftiger Förderung durch die hervorragend tüchtigen Führer der dortigen zionistischen Ortsgruppe gelang es weder, den kleinen Stamm der Vereinsgründer zu halten, noch auch die grossen Massen der jüdischen Jugend — Mannheim zählt 5000 Juden — für sich zu gewinnen. Die letzte „Tat" des Mannheimer Vereins war die Entsendung eines Delegierten zum Baseler Turnfest. Seitdem hat der Turnverein kein Lebenszeichen von sich gegeben, trotzdem wiederholt Aufrüttelungsversuche vorgenommen wurden. Diesem Dornröschenschlaf hoffte ich durch einen öffentlichen Vortrag ein erfreuliches Ende bereiten zu können. Ich erhielt auch von dem damals gerade ins Leben getretenen Ausschuss der vereinigten Mannheimer jüdischen Vereine dank den lebhaften Bemühungen der Herrn Dr. Julius Moses und Simon, denen beiden ich an diese* Stelle nochmals wärmsten Dank sage, das Anerbieten, einen Vortrag im „Diskussionsverein" zu halten, doch hatte ich aus den Informationen, die ich in der Zwischenzeit bei einer Reihe von gut unterrichteten Persönlichkeiten eingezogen hatte, die sichere Ueberzeugung von der gänzlichen Erfolglosigkeit eines Vortrages über das der Mannheimer Bürgerschaft überdies schon einmal gebotene Thema gewonnen, so dass ich selber von der Veranstaltung eines Vortragsabends

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