Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 12 (12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 12 215 Sie sind die erste Voraussetzung einer nationalen Wiederherstellung unseres bedrohten Judentums. Allein bis diese Assimilation an die modernen Kulturerrungenschaften eine Bereicherung unseres Nationalgutes, eine Stärkung unserer Volkskraft wurden und damit sie diese Funktionen im Haushalt unserer Gemeinschaft — sicher und vorwärtsführend — ausüben konnten, musste es Kämpfe geben, mussten Opfer fallen. Statt griesgrämig über die Assimilationsopfer zu schmälen und zu fluchen, sollten wir uns daran gewöhnen, sie als die naturnotwendigen Verluste im Ringen nach starken Gewinnen zu betrachten. Sport und Turnerei haben einst Volksgenossen von uns, die Zugehörigkeit zu unserer Nation zu einer Scham gemacht. Sie schämten sich des Males, das von dem Blutsi» bunde mit ihrem Volke sprach. Sie schämten sich ihres nackten Leibes und suchten durch eine komplizierte Operation das Zeichen des Stammes zu verdecken. Sie gingen eben als die Opfer einer grossen Kulturvermählung zu Grunde. Wenn wir in unseren Tagen die jüdische Turnbewegung erstarken sehen, so wollen wir nicht vergessen, dass sie Assimilation ist an arisch-hellenistischen Brauch. Eine starke Assimilation. Aber die Assimilation von Starken, die fremde Sitte sich zu eigen machen, um den erschlaffenden jüdischen Volkskörper zu festigen, ihn für grosse Aufgaben zu stählen. Auch uns ist die nationale Turnerei — wenn sie auch nur Selbstzweck scheint — ein Ersatz: dem Mittlervolke, dem Golusmenschen für den fehlenden Ackerbau, eine Stärkung der Liebe zum Volkstum und zur Vaterheimat. Sport. Von Frans Opp«nheim«r. (Fortsetzung) Diesen verhängnisvollen Zirkel vermag nun, das stellen wir als These unserer Beweisführung vorauf, nur spielende, zwecklose allgemeine Körperübung zu zerbrechen, das heisst eben nur der Sport in diesem reinsten Sinne. Sehen wir zu, wie sich unter dem Taktstock dieses genialen Kapellmeisters die Symphonie der Organfunktionen wieder herstellt.