Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 12 (12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m Xo. 1t die Zeit nach Alexander dem Grossen ganz an Quellen, die uns auch einen Einblick in die inneren Verhältnisse Judaeas eröffnen. Aber aus den spärlichen Hinweisen der späteren biblischen Literatur und aus den Sprüchen Sirachs lässt sich erkennen, dass Handel und auch Industrie sich schon kräftig entwickelten. Grosse Bruchteile des Volkes waren schon von der Scholle in eigentlichstem Sinne abgelöst und wohnten in den Grossstädten des Landes. Neue Formen des geselligen Zusammenlebens ergaben sich und für die Kräfte, die sich nicht ausleben, nicht austoben konnten, werden sich neue Betätigungen gefunden haben. So war der Boden bereits für die hellenistischen Übungen geebnet. Die Spielhäuser mussten nicht erst ertrotzt, nicüt erst den Bürgern aufgezwungen werden. Sie waren schon die Erfüllung der in der Bürgerschaft ganz organisch stark gewordenen Wünsche. Für die Reichen, die „besseren" Jünglinge, für die untätigen Grosstadtpriester gab das Fünfspiel eine gesunde Abwechselung, die sie für „köstlich hielten" (II. Makk. 4,16). Der Gegensatz zwischen Stadt und Land, der in der Stellung zu der nationalen Verteidigung der Makkabäer deutlich zu Tage tritt, wächst sich zu politischer Trennung aus. Ist der Sport seinem ganzen Charakter nach ein Ersatz für die fehlende Betätigung in der Landarbeit, in tiefstem Grunde daher ein nationaler Erziehungsfaktor, ein Ersatz für die durch das Nichtbearbeiten der heimatlichen Erde gefährdete Bindung mit der Heimat» erde, so war er den Griechlingen nur die blöde, verständnislose Nachäffung fremder Art. Nicht eine Stütze des nationalen Fonds durch neue zeitgemässere Formen, sondern Selbstentäusserung. Wie die Motten flogen sie dem Lichte zu und gingen zu Grunde. Die Griechlinge stellen einen Typ dar, den wir beim Einsetzen neuer Kultureinflüsse immer beobachten können. Sie sind die Schwachen, die Haltlosen, die in der Luft schweben, weil sie die alten Stützen verloren haben, eh dass sie neuere sich zurecht gerückt Um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts gingen unserm Volkstum tausende verloren. Die Morgenröte einer neuen Zeit stach ihnen in die Augen, dass sie geblendet, dass sie blindlings abfieicm. Und doch haben wir die Aufklärung gebraucht und das ganze Rüstzeug modernen Kulturfortschritte. Für unser Volk.