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Jüdische Turnzeitung · 1904-10-01 · 10/11 (10.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
10/11 (10.1904)
Date
1904-10-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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No. 10,1t 196 Der berühmte Theologe Joh. Val. Andreä 1), der auf der Italienischen Universität zu Padua die Uebungen des Pferdspringens kennen gelernt hatte, eröffnete im Jahre 1614 die erste deutsche Schule für diese „freie und nützliche Kunst" an der Universität Tübingen. Nach Wassmannsdorf darf man annehmen, dass diese Gründung Andreä's für ganz Deutschland den Anstoss gegeben hat, die Sprünge und Uebungen an einem hölzernen Pferde den sonst schon bekannten und betriebenen „ritterlichen und adligen Exercitien" anzureihen. — Die Lehrer in der Kunst des Ross- und Pferdspringens an den adligen Collegien Messen zu jener Zeit einfach: Rossspringer. „Hätte Jahn das gewusst", schreibt Wassmannsdorf, „so würde er diese ganze Springart sicher nicht „das Schwingen" genannt haben, eine Wunderlichkeit, die ihn dazu führte, das Pendel - Schwingen des Leibes (z. B. am Barren) „das Wippen" zu heissen." — Die erste deutsche** Anweisung zum Pferdspringen erschien im Jahre 1657 von T. G. Paschen, Halle in Sachsen, gedruckt bei Melchior Oelschlegeln als .kurtze jedoch gründliche Beschreibung des Voltesirens, sowohl auf dem Pferde als über den Tisch; darinnen gehandelt wird von allen Sprüngen als im Sattel zu springen, wieder heraus, Reserven, Troiten, halben Pomaden, ganzen Pomaden, Verwechseln etc. etc., wie solches heutigen Tages im Gebrauch." Die in diesem Buche vorkommenden Uebungsformen mit den gegenwärtig gebräuchlichen Namen benannt, sind nach J. C. Lion s) folgende: Hocke mit einem und mit beiden Beinen, Sprung zum Aufknieen, Kniesprung, Affensprung, Grätsche. — wend- und Kehrauf- und -absitzen, Wendaufsitzen als Fechtsprung, Wendabsitzen mit Griff einer Hand an's Bein des Pferdes, Schraubenaufsitzen und -absitzen, Nadel. — Wende mit gestreckten und gebeugten Beinen über das Pferd, zum Quersitz und aus dem Quersitz, Wende zum Quersitz oder Seitstütz und Wendaufsitzen, Wende mit Kehraufsitzen (Pomade), Flanke und Doppelflanke aus dem Stütze rücklings, fortgesetzte Wende mit und ohne Stützwechsel. — Stützwechsel mit Wendeschwung, Schere mit dem Rückschwung, halbe Finte mit Kehrauf- und -absitzen, Rad (Schilet) mit Kebraufsitzen, mit Kehre, mit Hocke. — Kreis von aussen nach innen, (Revers) und von innen nach aussen (Troit) aus dem Stand, dem Stütz, dem Sitz, mit Kebraufsitzen, Kehre, Doppelkehre, auch fortgesetzt mit demselben Bein, oder abwechselnd mit dem rechten >) Siehe: Dr. Wassmannsdorf: Deutsche Turnzeitung 1864, Seite 463. 3) Siehe: J. C. Lion: „Die Turnübungen des gemischten Sprunges" Seite 8.

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