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Jüdische Turnzeitung · 1904-10-01 · 10/11 (10.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
10/11 (10.1904)
Date
1904-10-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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196 No. 10/11 und linken, von innen nach aussen und von aussen nach innen, Wende mit Kreis. — Uhrwerk (d. i. Verwechseln) mit Wendabsitzen und mit Doppelkehre. — Wage auf beiden und auf einem Arme mit und ohne Hilfe des anderen aus dem Sitz und aus dem Ansprang, Ueberschlag aus der Wage auf einem Arm. — Längensprung zum Sitz auf dem Kreuz oder dem Sattel des Pferdes, Katzensprung zum Stand im Sattel. — Endlich Schwanzsprung, eine Wende über das Kreuz des Pferdes, bei welchem eine Hand den Schweif ergreift und festhält oder doch erst im Sprunge loslässt. — Das sind die Sprungformen, welche in mannigfachen Verbindungen wiederkehren. Auffallend ist es, dass beim Sprung über das Pferd die für uns jetzt so wichtige Unterscheidung der Flanke, Wende, Kehre so gut wie gar nicht beachtet wird, so dass im Vorstehenden in den meisten Fällen die Worte Wende, Flanke und Kehre vertauscht werden könnten. Mehr wie hundert Jahre später, im Jahre 1795, teilt uns Gerhard Ulrich Anton Vieth in seinem „Versuch einer Encyclopädie der Leibesübungen", die Uebungen des Pferdspringens mit, die er selbst während seiner Studienzeit in Göttingen und Leipzig erlernt hatte. Die 7 Gruppen von Seitensprüngen und 9 Gruppen von Hintersprüngen, die das Buch enthält, umfassen ungefähr das ganze Gebiet der noch heute üblichen Sprünge am Pferde. Die grosse Bedeutung, die Vieth dem Voltigiren am Pferd als reine Leibesübung, — ganz unabhängig von seinem besonderen Wert für den Reiter — beilegt, beweisen folgende Worte ]): „Ich glaube den übrigen Leibesübungen nicht zu nahe zu treten, wenn ich behaupte, dass das Voltigiren unter denselben obenan stehe, wenn man sie nämlich nach dem Nutzen rangirt, welchen sie auf Stärke und Gelenkigkeit, und auch in Abwendung von Gefahren äussern. Ich sagte oben: die unfern Gliedmassen seien die Werkzeuge unserer eignen Körper, die obern hingegen, fremde Körper zu bewegen. Das Voltigiren aber lehrt den eignen Körper auch in die Gewalt der obern Gliedmassen zu bringen, und nun ist er ganz in unserer Gewalt. Keine Uebung nimmt so alle Teile des Körpers in Anspruch, keine giebt lebhaftere Erschütterungen, bei keiner ist das Spiel der Muskeln stärker und abwechselnder —■ »und keine ist gefährlicher"! wird vielleicht mancher hinzusetzen, der einmal deii Sprüngen auf dem Voltigirboden zugesehen hat. Ich antworte: gefährlich aussehend für den Zuschauer, der nicht übersieht, durch welche Stufenfolge derjenige, der diese halsbrechenden Sprünge macht, dazu ') Sietie: Vieth'* Encyclopädie der Leibesübungen: Berlin 1795 II. Teil, Seite 248.

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