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Jüdische Turnzeitung · 1904-10-01 · 10/11 (10.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
10/11 (10.1904)
Date
1904-10-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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194 No. 10/11 iü einer akademischen Turnzeitschrift1) zu lesen stand, dass unsere „Jüdische Turnzeitung" von den leitenden Persönlichkeiten der Kreise, Gaue und auch den grösseren Vereinen gelesen werden sollte, dann würden solche Missverständnisse wie sie sich immerfort, und erst letzthin bei der «Verurteilung" unserer Bestrebungen durch den Kreis Villi» zeigten, nicht mehr vorkommen können. (Schluss folgt.) Blicke in die Geschichte unserer Turngeräte. Von Alfred Flatow, Berlin. III. Pferd (Schwingel.) Das Turnen am Pferde, das — wie Jahn 2) schreibt ^~ „eine der vorzüglichsten Leibesübungen ist, auf alle Teile des Leibes gleich heilsam wirkt, besonders Arme und Beine, Bauch- und Rückenmuskeln stärkt, sehr die Gelenkigkeit befördert und ausserordentlich den körperlichen Anstand bildet", zählte zu den ersten kunstmässig betriebenen Uebungen. Schon die Römer benutzten hölzerne Pferde (equi lignei), um ihre Reiter (die noch keinen Steigbügel kannten) darin auszubilden, in besonderer Kunstfertigkeit auf das Pferd zu gelangen und abzusitzen. Der unter Kaiser Valentinian lebende Kriegsschriftsteller Vegetius berichtet, *) dass »das Aufspringen und Aufsitzen auf Pferden jederzeit von den Neulingen (Rekruten) wie von den fertigen (besoldeten) Soldaten gefordert worden sei." An hölzernen Pferden, die im Winter unter Dach, im Sommer auf freiem Felde aufgestellt wurden, mussten die Rekruten anfangs ohne Harnischzeug d. h. unbewaffnet, dann aber nach vollendeter Uebungszeit in voller Rüstung das Aufsitzen und Aufspringen vollführen können. Dabei wurde mit allem Fleiss darauf geachtet, dass jeder Sprung nach beiden Seiten, rechts wie links, erlernt und das Aufwie Absitzen ohne jede Anstrengung ausgeführt wurde. Auch mit gezückten Schwertern oder den langen Spiess in der Hand wurden diese Sprünge geübt. Der Zweck dieser friedlichen Uebung war, die Reiter zu befähigen, sich im Kampf gewühle ohne Zeitverlust aufs Pferd schwingen zu können. — In Deutschland kam das Springen am Pferd erst zur Zeit des Rittertums in Aufnahme. >) Akademische Turnbundsblätter, Augustheft 1904, S. 897, *) Erste Ausgabe der „Deutschen Turnkunst" 1816, Seite 85. *> „Epitimo üistitutionam rei militari«", I. Buch, Cap. 18.

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