Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 10/11 (10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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NW-MO/tl- 187 , Beiso schwächet Thätigfcejt der E^age wird* <Jer. Gas?« Wechsel natürlich auch nur in der altemoMörftigsten* We&fe vollzogen.- Der Sauerstoff!, der im Organismus wirkt wie der Sturmwind im Urwald; indem er das Fattreife niederbrieht und dem jungen Leben Luft und Lieht erscWiesst; komm* in ungenügender Quantität iff den Stoffwechsel hinein,- der sich infolgedessen träger und träger vollzieht. Aber es ist nicht allein der' Mangel an Sauerstoff, der diese Folge herbeizieht, sondern auch die Träghen4 der BJutzirkulation als ganzes. Dass das Herz schlaff üh'd welk ward, haben wir schon hervorgehoben; natürlich wirkt es sowohl als Druckpumpe, die das sauerstoffhaltige Blut in' die Arterien pf esst, wie auch als Säugpumpe, die däs saüersioffarme Blut aus den Veneri aspiriert, schwächer als ein Herz von normaler Muskelkraft. Und dazu kommt noch, däss das „sekundäre" Herz hier fast' völlig ausser Funktion gesetzt wird. Es ist dies der Kläppenapj>äfät der Veheh. Die Wandung der Venen ist mit Vehtilkläpperi versehen, die, wenn sie richtig funktionieren, das Blut nur herzw'ärts, aber nicht zurück passieren lassen. Infolgedessen schiebt jede Beugung und Streckung der Gelerike die venöse' Blufsäüle etwas nach vorn, ein Mechanismus, der besonders an den unteren Extremitäten und im Becken, wo das venöse Blut entgegen der Schwerkraft senkrecht aufwärts fliessen muss, von höchster Bedeutung ist. Beim* Schreibtischnienschen tritt diese segensreiche Hilfstätigkeit der Gelenke natürlich garnicht oder doch nur ganz ungenügend in Funktion; die Folge davon ist die Stauung der Blutsäule in den Veneri, die Erschlaffung und Ausbauchung ihrer Wandungen , die als Krampfadern an den Beinen oder als Häriiorrhoiden am Becken erscheinen, und die nicht nur an sich unangenehm, zuweilen sogar gefährlich sind, sondern auch häufig genug ein Symptom davori darstellen, dass der Klappenappärat der Venen dauernd untüchtig geworden ist. Eine solche Trägheit der Blutzirkulation muss sich vor allem an demjenigen Organkomplex zeigen; der das grösste Gefässsystem des gesamten Körpers aufweist, am Verdauurigstraktus. In der Tat verliert sehr bald der Darmkanal bei dem Mangel des zu aller Funktion reizenden Sauerstoffs im arteriellen Blut und bei der alle Funktion lähmenden Stauung in den Venen seine Beweglichkeit, wird träger und träger bis zum Symptombild der chronischen Konstipation. Darunter leiden natürlich die für die Verdauung arbeitenden grossen Drüsen, vor allen Dingen die Leber, die sich durch Verfettung und „Anschoppungen" höchst unangenehm bemerklicfc macht; die Bauchspeicheldrüse; deren krankheitserzeugende Bedeutung noch nicht völlig aufgeklärt ist, die