Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 10/11 (10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Nö. 10/14 weife Hiebt das, s©1 doch jedenfalls zu einer bleibenden Erweiterung, indem die gefässerweitenkle Muskulatur' dauernd die Oberhandüber ihre durch Nichtgebrauch geschwächten AirtagOtttsten, die Gefässverengerer, behalt, Und diese Einlmsse an Konfräktilität der Gefässe hat nun ihre bedenklichen Folgen. Dehn kraft der'"Wechselwirkung in aflleni organischen Leben wird ein Organ nicht nur von viel Blut durchströmt, wenn es arbeitet, sondern es arbeitet auch,* wenn es von viel Blut durchströmt wird. Und darum findet das chronisch übermüdete Gehirn schliesslich auch dann keine Ruhe, wenn ihm Ruhe gegönnt werden soll: die wissenschaftlichen Probleme verfolgen den Gelehrten bis in seine Erholungsstunden; die geschäftlichen Sorgen stören dem" Kopfarbeiter die Ruhe des Schlafes, so dass die Regeneration der verbrauchten Elemente noch mehr leidet,, als sie schon ohne dies durch die unvernünftige Diät hätte leiden müssen, und dass schliesslich ein Zusammenbruch der Nerven die unabwendliche Folge ist. Umgekehrt rächt sich die brach gelegte Muskulatur mit den Folgen ihrer erzwungenen Untätigkeit; Die Muskeln werden schlaff und welk, durchsetzen sich mit Fettschichten; die die Kontraktion mechanisch behindern; und allmählich wird nun die Körperbewegung, die zuerst nur aus» Zeitmangel oder hygienischer Lüderlichkeit unterlassen wurde, der Mühe wegen; die sie macht, unterlassen. In den Saftspalten der alt und welk gewordenen Orgarie häufen sich massenhaft Stoffvvechselschlaeken giftiger, und ungiftigef Natur an. Auch das Herz ist eine Muskel. Es kann mir gedeihet! bei kräftiger Arbeit, und die hat e» nur zu leisten, wenn es den verzwänzigfachten Blutstrom durch mächtig arbeitende Muskelmässen zu pressen hat. Hier, wo es nur die zarten Muskeln der Hand, der sprechenden Zunge und das Gefäss* system des Gehirns zu versorgen hat, wird auch das Herz schlaff und welk und verschlackt. Mit dem Herzen steht die Lunge in rythmisch geregelter Koordination: auf etwa drei Pulsschläge etwa .ein Atemzüg, Je schwächer das Hera arbeitet, um so schwächer arbeitet auch die Lunge; je weniger Sauerstoff der träge Stoffwechsel des Kopfarbeiters verbraucht, um so weniger hat die Lünge nötig, ihren Blasebalg zu entfalten. Darum bleibt in ihren tiefsten Tiefen dies faule sauerstoffarme, mit allen möglichen Stoffwechselgasen vergiftete; Residualluft zurück; darum werden die zarten Scheidewände zwischen den einzelnen Lungenbläschen nicht genügend entfaltet, nicht genügend vom Blut durchströmt; das heisst nicht genügend ernährt« und fallen umso leichter dem Ansturm der überall in unserer Umgebungsluft befindlichen Parasiten zum Opfer.