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Jüdische Turnzeitung · 1904-10-01 · 10/11 (10.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
10/11 (10.1904)
Date
1904-10-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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172 No. 10/11 werden. Denn das erscheint nach den Ausführungen des Herrn Dr. Werner unbedingt nötig. Herr Dr. Werner lässt die jüdisch-nationale Tendenz unserer Vereine nur mit Rücksicht und in Hinsicht auf den Zionismus gelten und er verlangt insofern ganz folgerichtig, dass der Vorstand des Verbandes es als seine Aufgabe betrachten müsse, die nurnationalen Vereine und Turner zu Zionisten heranzubilden. Ihm ist „jüdisch-national'' ohne Zusammenhang mit dem Zionismus logisch ein Unsinn. Für die „Jüdische Turnerschaft" liegt an und für sich vorläufig kein Grund vor, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. In ihren Satzungen spricht sie ausdrücklich aus, was sie unter National - Judentum versteht: das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit aller Juden auf Grund gemeinsamer Abstammung und Geschichte, sowie den Willen, die jüdische Stammesgemeinschaft auf dieser Grundlage zu erhalten. Für die Turnerschaft ist die Frage damit entschieden und sie könnte für sie nur aktuell werden, wenn ein Antrag auf Aenderung der Grundsatzung vorläge, der die Vertretung des zionistischen Programmes durch die Turnerschaft verlangte. Wenn aber auch für die Turnerschaft vorläufig keine Ursache vorhanden ist, sich mit der Frage der Stellungnahme gegenüber dem Zionismus zu beschäftigen, so mag es doch nichts schaden, wenn sie einmal in aller Breite erörtert wird. Denn offenbar ist eine Reihe von Leuten derselben Ansicht, wie Herr Dr. Werner. Nichtzionisten begründen ihre Gegnerschaft gegenüber den jüdischen Turn-, vereinen nicht selten mit unserer angeblich zionistischen Tendenz, und andererseits machen uns — besonders in neuster Zeit t- Zionisten des öfteren den Vorwurf, wir dächten nicht national, insofern wir dem Zionismus indifferent gegenüberstehen. Und dass unter den Turnern die Meinungen über diesen Punkt durchaus nicht geklärt sind, das beweist eben der Artikel des Herrn Dr. Werner. Es handelt sich offenbar um das Wort .jüdisch-national" und die Auslegung, die wir ihm geben. Was die Turnerschaft davon hält, ist oben angeführt. Es fragt sich, ob sich diese Auslegung vertreten lässt, ob sie im Sinne der Turnbewegung und im Sinne einer Gesundung des jüdischen Volkes ist. Da muss von Anfang an betont werden: auch der Begriff .national" ist ein schwankender, und die mögen nicht unrecht haben, die ihn sogar als einen relativen auffassen. Der Zionismus geht am weitesten: er versteht unter „Nationaljudentum" das Judentum auf einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina, also einen mehr oder minder Judenstaat. Es leuchtet sofort ein, dass er den Begriff „national" über alle Grenzen hinaus, die man bisher dafür kannte, erweitert und ihm in Verbindung mit dem Begriff

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