Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 10/11 (10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10/11 131 vielleicht in schwerem Ringen erworben ist. Es ist natürlich nicht leicht, da zu überzeugen, aber wir dürfen uns die Sache auch nicht gar so leicht machen. Wir müssen bei unserer Agitation mit einem ganz besonderen Material kommen und das muss eben der Verband beschaffen. Er muss Statistiken sammeln und evtl. selbst anlegen, er muss zur Agitation anfeuern und sie durch Flugblätter, Zeitungsnotizen u.s.w. unterstützen, Vorträge veranstalten, und Vortragsreisen zusammenstellen u.s.w. u.s.w. Er muss die Vereine zur Verbindung untereinander anregen und sie zur Gründung neuer Vereine bewegen. Dann kommen wir allmählich zu einem Zusammenhalt der einzelnen Vereine untereinander, der uns heute infolge der geringen Anzahl der bestehenden durchaus fehlt, Vereinsgruppen und Kreise bilden sich und stärken sich gegenseitig. Die Hauptaufgabe der Jüdischen Turnerschaft für die nächsten Jahre ist die Entfaltung einer ausgedehnten und ausgedachten Agitation. ** Um kräftig auftreten und nutzbringend arbeiten zu können, ist vor allen Dingen nötig, dass man gesund ist. Die „Jüdische Turnerschaft" ist nicht ganz gesund, sie leidet an den Folgen einer übereilten Erzeugung. Herr Dr. Werner hat schon darauf hingewiesen und einzelne Schwächen angeführt. Es gibt dieser Organisationsfehler noch eine Menge, und besonders die Arbeit des Ausschusses leidet darunter. Diese Fehler müssen beseitigt, die Turnerschaft muss reorganisiert werden. Ihr Arbeitsfeld muss bezeichnet und abgegrenzt, ihre Stellung gegenüber den Vereinen muss festgelegt werden. Alle diese Aufgaben können nur auf einem Turntage erledigt werden, und darum ist die nächste Aufgabe der „Jüdischen Turnerschaft": einen Turntag einzuberufen und ihn genügend vorzubereiten. Zeit und Ort des Tages können noch bestimmt werden. Mir erscheint aus vielen Gründen der Monat April und als Tagungsort Berlin am geeignetsten. Diese Tagung muss aber zum Unterschied von der ersten sehr sorgfältig in die Wege geleitet werden, denn der Turntag darf nicht nur eine Generalversammlung, er muss eine Leistung der „Jüdischen Turnerschaft" darstellen. Wir müssen nicht nur zeigen, dass wir da sind, sondern auch, dass wir ein Werk schaffen: warum wir da sind. Darum müssen %. B. neben unseren eigenen Fragen auch die Fragen der Judenhygiene und auch die grundlegenden turnerischen Fragen der Gegenwart behandelt werden. Der Turntag ist wie kein anderer der Ort, um zum jüdischen Volke und zur Welt zu sprechen. . Dort könnte dann auch endlich und endgültig unsere Bedeutung im und unsere Stellung zum Judentume festgelegt