Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 10/11 (10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10/11 1«7 Vor Allem kommt ein grosser Teil der Mitglieder turnerisch vollständig unvorbereitet in den Verein, häufig noch, dazu in einem Alter, in dem turnerische Fortschritte nur langsam und durch ausdauernde Arbeit erzielt werden können. Diese Arbeit wird aber durch die Vorbereitung zum Schauturnen unterbrochen. Für das Schauturnen selbst kommen solche Mitglieder zumeist nur hinsichtlich der Freiübungen in Betracht. Und gerade ihnen, denen durch steten Wechsel der Uebungen Gelegenheit zur allseitigen körperlichen Ausbildung geboten und deren Lust am Turnen durch abwechslungsreiche Uebungen gehoben werden soll, denen die stete Abwechslung über die Schwierigkeiten des Anfangs hinüberhelfen mag, ihnen behagt es begreiflicher Weise sehr wenig, wenn sie wochenlang dieselben, für das Schauturnen vorbereiteten Uebungen wiederholen müssen — und noch immer den peinlich strengen Anforderungen des Leiters nicht entsprechen. Ihre Ausbildung an den Geräten entfällt fast vollständig in dieser Zeit. Ihre Vorturner müssen entweder selbst in den ersten Riegen mitturnen oder andere für das Schauturnen gebildete Musterriegen leiten. Kommen solche Mitglieder aber auch im Schauturnen an leichte Geräte, so müssen sie selbstverständlich erst recht die ganze Zeit hindurch das bestimmte Gerät üben und entbehren auch hier der gerade für sie so notwendigen Abwechslung. Auch den guten Turnern geht es übrigens nicht viel besser. Sie müssen ihre Schauübungen monatelang üben und kommen zu anderen Geräten wenig oder garnicht. Die Zeit des Kürturnens müssen sie gleichfalls zur Wiederholung ihrer Riegenübungen und event. ihrer Kürübungen für das Schauturnen verwenden. Wohl erzielen sie dadurch an den betreffenden Geräten rasch bedeutende Fortschritte, jedoch stets auf Kosten der Ausbildung an den übrigen Geräten. Endlich sind manche Mitglieder verhindert, regelmässig bei allen Vorübungen mitzutun und müssen daher mangels genügender Vorbereitung von der Teilnahme am Schauturnen ausgeschlossen werden. Wieder andere sind aus verschiedenen Gründen verhindert, am Schauturnen selbst teilzunehmen. Diese beiden Gruppen finden naturgemäss in der