Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 10/11 (10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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t 168 tto. 10/11 Zeit vor dem Schauturnen bei den steten Wiederholungen derselben Uebungen wenig Anregung und meiden daher den Turnplatz, zu dem sie sich spater nur schwer zurückfinden. Die individuelle, nach besonderen Rücksichten vorgenommene Einteilung der Turner in die zum Schauturnen bestimmten Riegen zerstört auch die sonstige Riegeneinteilung und damit die gewohnte Ordnung am Platze. Das Schauturnen wird Selbstzweck. Alles andere wird zurückgestellt. In erhöhtem Masse machen sich diese Uebelstände speziell in den Damenabteilungen fühlbar, wo bei der relativen Einfachheit der Uebungen der häufige Wechsel derselben umso notwendiger ist. Zudem werden hergebrachtermassen mit den Damen beim Schauturnen Uebungen vorgeführt, die sie sonst überhaupt nicht machen, weil ihr Wert zumeist lediglich in der ästhetischen Wirkung für die Zuschauer liegt, und die zu diesem Zwecke erst kombiniert werden. Es ist daher selbstverständlich, dass viele Wochen hindurch fast die ganze Turnzeit von diesen Uebungen ausgefüllt wird.. Nur der ausserordentliche Eifer unserer Damen ünd wohl auch ein klein wenig der natürliche und berechtigte Wunsch, zu gefallen — der ausserordentliche Beifall, mit dem gerade die Damenabteilung bei unseren Schauturnen regelmässig tiberschüttet wird, zeigt die Berechtigung und zugleich die Erfüllung dieses Wunsches — bewirkt, dass auch in den Damenriegen diese schwere Zeit vor dem Schauturnen ohne besondere Verluste an Mitgliedern vorübergeht. Dass schliesslich jedes Schauturnen mit seiner theoretischen und praktischen Vorbereitung an die physische Kraft und Gesundheit des Turnwarts, von dem ja in erster Linie der Erfolg abhängt, Anforderungen stellt, denen selbst die in der Regel ausnehmend kräftige Konstitution der Turnwarte kaum standzuhalten vermag, das wissen auch nur Eingeweihte. Wohl können die erwähnten Nachteile wenigstens einigermassen vermieden werden, wenn vor dem Schauturnen die Turnzeiten für Teilnehmer am Schauturnen und die übrigen Mitglieder geteilt würden. Aber abgesehen davon, dass im Prinzipe jedes Mitglied am Schauturnen teilnehmen soll, wäre diese Teilung geradezu eine Belohnung für solche