Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 7 (7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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126 No.7 jüdischen Mann, der nach einem fernen Ziele hinschaut, wahrend im unteren, scheinbar reliefartig vertieften Teile der Adresse turnende Jünglinge gezeichnet sind. Wir können Herrn Julius Cohn zu diesem Werke nur unseren Glückwunsch und Dank aussprechen. Berlin. Herzlfeler des »Bar Kochba". Am Mittwoch, den kj\3) Juli, veranstaltete der „Bar Kochba" im grossen Saal des Hotels „König / von Portugal" eine stimmungsvolle Trauerveranstaltung für Theodor Herzl. Nach einem Prolog, den Frl. Amolski sprach, hielt Herr Elias Auerbach eine ergreifende Gedächtnisrede, in der er hauptsächlich den Menschen Herzl uns näher zu bringen verstand. Wir geben die Rede in gekürzter Form als Leitartikel. Köln. Jüdischer Tarnverein zu Köln. Unser Verein erfreut sich eines wachsenden Wohlbefindens. Die Besuchsziffer der Turnabende ist mit Rücksicht auf das heisse Wetter sehr gut und der allgemeine Eifer sehr erfreulich. Unsere Purimfeier war allerdings nicht besonders besucht, da sie mangelhaft vorbereitet war. Man unterhielt sich aber sehr gut und gefiel sich insbesondere in der mustergültigen Widergabe japanischer Kriegslieder. Verschiedene grössere und kleinere Ausflüge fanden reges Interesse auch bei den Damen des Vereins. Am vormittag, den 23. Juni, fand eine Versammlung statt, in der Herr Salomon Uber „Die jüdisch-nationale Grundlage des Turn-Vereins" referierte. Wie gewöhnlich erstrekte sich die Diskussion hauptsächlich Uber die Frage „Zionismus und Turnverein". Gegen die nationale Richtung sprachen sich die Herren Cohen und Moses, dafür ausser dem Referenten die Herren Goldreich und Meyer und in mehr als einstündiger Rede (so lange dauern seine Reden immer!) Herr Berger aus. Schliesslich gelangte mit 25 gegen 2 Stimmen folgende Resolution zur Annahme: die Versammlung erklärte sich mit der bisherigen Stellungnahme des Vereins in nationaler Beziehung einverstanden und erwartet, dass der Verein auch weiterhin auf dieser national-Jüdischen Grundlage geleitet werden wird. Vor Schluss der Versammlung gedachte der Vorsitzende in warmen Worten der Anerkennung unseres Schriftführers, des lieben Turngenossen Albert Jakobs, der leider aus Köln verzieht und sein Amt daher niedergelegt hat. Er ist ein Uberaus treues und pflichteifriges Mitglied gewesen, das die Geschäfte gradezu mustergültig geführt hat und allerseits im Verein beliebt war. Herr Jakobs dankte in bewegten Worten und versprach, dem Verein, dessen inaktives Mitglied er bleibt, ein gutes Gedenken bewahren zu wollen. Anlässlich der erschütternden Nachricht vom Ableben unseres grossen, unvergesslichen Herzl hat der Verein folgendes Telegramm nach Wien gesandt: „In tiefer Trauer stehen wir beim Hinscheiden des grossen Führers der Juden, des unvergesslichen Erweckers der jüdischen Jugend. Schmerzlich bewegt erneuern wir das Gelöbnis, in Treue zu kämpfen für das Ideal, das Herzl als erster wieder in unsere Herzen pflanzte: Ein starkes und geeintes Judentum." Prossnitc. Jüdischer Turnverein. Bei der am 16. d Mts. abgehaltenen Monatsversammlung des Jüdischen Turnvereins wurde der Beschluss gefasst, eine Atlethen-Riege zu gründen, und haben bereits mehrere Mitglieder des J. T.-V. ihren Beitritt zu derselben angemeldet.*) Am 17. d. Mts. unternahm der Verein einen Ausflug in die Slouper Höhlen und zur Macocha (Mährische Schweiz*, an dem sich 14 Mitglieder beteiligten. Das Wetter war herrlich und auch die Stimmung die beste, sodass der Ausflug zur besten Zufriedenheit sämtlicher Teilnehmer ausfiel. Gr. *) Wir halten den Betchluu für «ehr fiberflOnig. Hoffentlich unterbleibt ■eine Ausfahrung! Die Redtkion.