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Jüdische Turnzeitung · 1904-07-01 · 7 (7.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
7 (7.1904)
Date
1904-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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No.7 117 konnten, als er anfing zu arbeiten, dass noch in unserer Zeit jenes Land erstehen würde, — wie konnten wir glauben, dass uns dieser Helfer entrissen werden würde!! Wenn wir einst unseren Kindern erzählen werden von Herzl mit den Worten, die uns die Liebe eingibt, dann werden unsere , Kinder meinen, es sei ein Märchen, dass ein Mensch unter uns gelebt hat, der alles vereinigte, was ein Mensch Schönes und Wunderbares in sich vereinigen kann. Unsere Kinder werden' in diesem Gefühl einen Teil des Glücks durchkosten, das wir gekostet haben, die wir mit ihm zusammen arbeiten konnten. Diesen Menschen, der unter uns gelebt hat, haben wir rettungslos scheiden sehen müssen, ihn, für den es keinen Ersatz gibt!! Ein jüdischer Dichter warf einst die Frage auf: „Wann kommt der Held, wann kommt der Weise, Der Dich, mein Volk, aufs neu belebt, Der Dich, ein Heiland, ins Geleise Der Weltgeschicht« wieder hebt?" Wir konnten hoffen, dass Herzl dieser Mann war. Wir sagten es nicht laut, denn wir schämten uns seiner Grösse, wir schämten uns, wie stolz wir auf ihn waren. Und nun hat die rauhe Hand des Schicksals uns diesen Führer geraubt! Wir wissen nicht, was kommen soll, wir wissen nur, dass er uns ein Vermächtnis hinterlassen hat, wie kein Grosser der Erde es hinterlassen konnte. Die Sehnsucht, die er trug, hat er uns als Erbe gegeben! In seinem Testament, in dem er bestimmte, arm begraben zu werden, hat er mit derselben prophetischen Gewissheit, die ihn ohne jeden Widerspruch das Richtige treffen lieas, gesagt: „Ich will bei meinem Vater beerdigt sein, bis mich das jüdische Volk nach der Heimat, nach Palästina überführen wird." Er ist sicher, dass das jüdische Volk das erfüllen wird. In dem Bewusstsein hat er seine Augen geschlossen, und uns ist es ein Vermächtnis, dass wir es sein sollen, die seinen Wunsch erfüllen, dass wir es sein müssen, die ihm diosen letzten Lebenswunsch tun! Wir müssten wie Verbrecher sein, wenn wir dieses grosse Vermächtnis unseres grossen Toten nicht ehren und achten würden. Sein Mitarbeiter Nordau hat es in die schönen Worte zusammengefasst: „Für Herzl kann es nur ein würdiges Denkmal geben: sein ausgeführtes Werk!"

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