Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 6 (6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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102 No. 5 entziehen niemand beabsichtigt, die Gründung eines jüdischen Turnvereins schon vom hygienischen Gesichtspunkt aus für unsere jüdische Jugend nicht nur berechtigt, sondern geradezu absolut notwendig war?! U. A. w. g. Henry Seligmann. Begründer der „Jüdischen Turnerschaft-Hannover" und Mitglied des „Turnklubs-Hannover." Besonders scharf wendet sich Herr Dr. Besser-Hamburg in folgender „Entgegnung" gegen Herrn Leopold Fischer und Genossen: „Wenn es noch eines Beweises für die Notwendigkeit bedurfte, an die Stelle der unsere Gemeindeschulen beherrschenden kläglichen Ghettoängstlichkeit ein freies, selbstbewusstes und aufrechtes Judentum zu setzen, so hat ihn der Brief des Herrn Senators Leopold Fischer-Hannover an das „Israelitische Familienblatt" (16. Juni d. J., No. 24) zur Genüge erbracht. Er hat uns auch deutlich gezeigt, wie notwendig gerade aus lokalen Gründen die Gründung eines jüdischen Turnvereins in Hannover gegenüber den hier grassierenden unjüdischen Quo vadis-Anscbauungen ist. Der Versuch, das merkwürdige Gebahren einer jüdischen Gemeindevertretung gegenüber einer anderen jüdischen Institutron zu rechtfertigen, hat zu geradezu tragikomischen Verlegenheitssprüngen geführt. Man höre und staune: „Ganz ausdrücklich hat der Interpellant hervorgehoben, dass es sehr lobenswert sei, wenn die jüdische Jugend turnerischen Bestrebungen huldigen wolle, nur der Name und der betreffende Paragraph sei zu tadeln." Sollte damit die selbstverständliche Binsenweisheit verkündet werden, dass Juden überhaupt turnen sollen, oder sollte bei tatsächlicher Existenz des Vereins das Kind nicht beim rechten Namen genannt und damit Leisetreterei und VogelstrausspoHtik empfohlen werden? Ebenso erheiternd, wenn auch hahnloser ist ein anderes Argument: „Dem neugegründeten Verein fehle jede Berechtigung, sich den Namen „Jüdische Turnerschait Hannover" beizulegen, da in ihm nur ein Bruchteil der jüdischen Turnerschaft vertreten sei, und jene Bezeichnung daher irreführend wirken könne." Da denkt man doch wohl von der Logik der Hannoveraner zu sehlecht; in Hamburg z. B. ist ein derartiger Irrtum noch nicht vorgekommen. Doch alles dieses tritt weit zurück hinter der wahrhaft erhebenden Auffassung, die Herr Fischer von den Aufgaben und