Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 6 (6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 101 Herr Senator Fischer zu seiner gelinde gesagt doch recht auffälligen Bemerkung zu haben, dass unser Ansehen — d. h. das Ansehen der hannoveranischen Juden — durch die Existenz eines jüdischen Turnvereins beeinträchtigt werde? Nach der Darstellung des Herrn Senator Fischer gewinnt es den Anschein, als ob der Interpellant in Bezug auf die gewünschte Namensänderung besonders das Wort „Turnerschaft" bemängelt habe, weil diese „Bezeichnung irreführend wirken könne," da in der „Jüdischen Turnerschaft - Hannover" nur ein Bruchteil der jüdischen Turner Hannovers vertreten sei. So wären die Namen „Hilfsverein deutscher Juden," „Verband der deutschen Juden" auch ungerechtfertigt. Nun aber zur Hauptsache! Der Interpellant wies daraufhin, und Herr Senator Fischer legt ganz besonderen Nachdruck darauf, dass die Gründung eines jüdischen Turnvereins unangebracht gewesen sei, wegen ganz besonderer lokaler Verhältnisse. Es hatte sich vor 10 Jahren der dort bestehende Turnklub Hannover ausdrücklich gegen antisemitische Tendenzen verwahrt und auch jetzt noch fänden im „Turnklub Hannover" Juden ungehindert Aufnahme. Statt ausführlicher Entgegnung sei es mir gestattet, folgende Fragen aufzuwerfen: 1. Will das jüdische Repräsentanten-Kolleg den jüdischen Logen und speziell der hannoverschen Zion-Loge ihre Existenzberechtigung bestreiten? 2. Wenn dies, wie anzunehmen ist, nicht der Fall sein sollte: Warum dürfen die Logen U. Ü. B. B. nur Juden aufnehmen, obwohl es auch interkonfessionelle Logen gibt — ein jüdischer Turnverein aber nicht? 3. Warum darf der U. O. B. B. in seinem Namen sogar hebräische Worte enthalten und sich damit öffentlich als jüdische Vereinigung bekennen — ein jüdischer Turnverein aber nicht? 4. Glauben die Herrn Repräsentanten, dass sich 67 jüdische Turner gefanden hätten, von denen 61 (!) teils nie, teils nicht mehr nach Verlassen der Schule geturnt haben, wenn sie sich nicht durch das offene und freimütige Bekennen zur jüdischen Gemeinschaft zu diesem Verein hingezogen gefühlt hätten? Und zum Schluss: 5. Beweist nicht diese geradezu frappante Erscheinung, dass zumindest neben dem „Turnklub-Hannover," dem Mitglieder zu