Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 6 (6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 95 gewesen, eine so gemeinnützige Volkssache, wie es die jodische Turnerei sein sollte, auf die Parteigenossen zu beschränken, sie nur ihnen zugute kommen zu lassen? Hiess es nicht intolerant handeln, für den aus irgendwelchen Gründen dem Zionismus abholden Nationaljuden Tafeln mit Eintrittsverboten aufzustellen? Dann schiene es ebenso berechtigt, die schliesslich auch auf nationalem Unterbau stehenden Toynbeehallen allen denen zu verschliessen, deren Gesinnung nicht vorschriftsmässig war! Eine junge Partei, die Freiheit verlangt, darf nicht anderen selbst Unfreiheit auferlegen. Und so haben denn auch, von solchen, oft nicht einmal klar ins Bewusstsein getretenen Vorstellungen aus, die zionistischen Gründer der jüdischen Turnvereine mit der breiten nationalen Basis sich begnügt und gleichzeitig den neugegründeten Vereinen dadurch die Möglichkeit zur selbständigen, von allem Parteiwesen unabhängigen Entfaltung ihrer Kräfte gewährt. Die Geschichte der grösseren jüdischen Turnvereine, vor allem die des Bar Kochba-Berlin, hat ihnen Recht gegeben. Haben sich-die Verhältnisse sehr wesentlich bei der Gründung des Verbandes verschoben? Der Zionismus war stärker, er war stark, achtunggebietend geworden. Nur selten, und dann doch schon in heiserer Tonart, erhob sich hinter der Schar seiner Anhänger das Geschrei der Gassenbuben. Fielen auch damit jene bei der Gründung der Einzelvereine erwähnten taktischen Gründe weg, so tauchten doch neue dafür auf. Man musste damit reebnen, dass nur ein verschwindender Bruchteil dem streng zionistischen Banner folgen würde. Mit den zahlreichen, nicht einmalbewusst nationalen Vereinen konnte eine Verständigung eher erzielt werden, wenn der Verband sich „nur" als nationaler auftat, ohne im zionistischen Fahrwasser zu segeln. Die prinzipiellen Gründe, die für die Ablehnung der zionistischen Tendenz bei den Gründungen der Vereine massgebend waren, bestanden noch fort, und werden so lange fortbestehen, bis der Zionismus zum Gemeingut aller oder doch der meisten Juden geworden ist. Sein nationales Geprftge aber hat der junge Verband nie verleugnet, es vielmehr stets blank erhalten. Mit grosser Verve hat er die nationaljüdische Idee verteidigt, als er, kurz nach seiner Entstehung, von den politischen Zeitungen Deutschlands wegen dieses Prinzips angegriffen wurde. Er hat in seiner damaligen Abwehr aber 5*