Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 4/5 (4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No.4 81 können nichts Besseres tun, als dass sie sich auf den umfassenden nationalen Standpunkt stellen und sich jeder Einseitigkeit verschliessen. Damit dienen sie am besten ihrer grossen Aufgabe, das Volk körperlich tüchtig und damit für den Augenblick der Gefahr wehrhaft zu erhalten. . . . Die Einigkeit und Geschlossenheit aller derer, die deutsch empfinden und guten Willens sind, ist die beste Waffe gegen den Geist der Parteizersplitterung und des Rassenhasses. Das gilt hüben wie drüben der schwarz-gelben Pfähle. Möge man das nicht bloss in der Turnerschaft beachten, sondern ebenso in der Armee, die ja zum Teil unter gleichen Bedingungen zu arbeiten hat. Auch hier sollte man endlich mit tinem System brechen, das für eine bestimmte Konfession ein Ausnahmerecht statuiert. Gerechtigkeit und Toleranz sind hier wie überall die festesten Stützen eines Staates. Sie sind es besonders dort, wo es sich darum handelt, die äussere Einheit durch das innige Band der Gemeinschaft aller Volksgenossen zu verstärken." Darauf erwidert die „Tägliche Rundschau": „Das „Berliner Tageblatt" vergisst in seinem Artikel gegen den Absonderungsgeist ganz die fortgesetzt in Deutschland auftauchenden jüdischen Turnvereine mit ihrer eigenen „Jüdischen Turnzeitung", vergisst den Zionismus und andere Absonderungen der Juden. Das Märzheft der „Jüdischen Turnzeitung" berichtet bereits wieder von einer neuen jüdischen Vereinsgründung in Hannover und von älteren Vereinen in Berlin, Halberstadt und Köln und sogar in Konstantinopel, wo der Verein 121 Mitglieder hat, die verschiedenen Ländern angehören. Diesen Erscheinungen gegenüber, die sich durch Beispiele aus Österreich vermehren lassen, ist es leicht, von Ursache und Wirkung zu reden, zumal wenn man sich aus einer Reihe von Ursachen und Wirkungen nur die angenehmsten heraussucht. Es bleibt zuletzt doch immer die Tatsache, dass die Absonderung beute in starkem Masse durch die israelitische Bevölkerung geht, während gleichzeitig die liberale Presse meistens an die deutschen Tore um weiteren Aufschluss pocht. Nur die liberale „Kölnische Zeitung" erliess vor einiger Zeit eine sehr scharfe Warnung vor der. Gründung eines jüdischen Turnvereins in Köln. Vergeblich". Wir lassen die Kreuzzeitung folgen: „Nicht gleichgültig ist es jedoch, ob das Judentum auch auf diesem Gebiete seinen Einfluss erweitern darf oder ob ihm gründlich Halt geboten wird. Deshalb halten wir den Standpunkt des 15. österreichischen Turnkreises, der nur Arier als Mitglieder aufnimmt, für durchaus verständlich. Ob die Juden turnen können oder nicht, darauf kommt es nicht an. Wenn sie Lust und Geschick dazu haben, so mögen sie eigene Vereine bilden, wie es deren ja auch tatsächlich eine ganze Menge gibt, die sicherlich keinen Arier aufnehmen würden, wenn dies überhaupt in Frage käme, sondern durchaus unter sich sein wollen. Was dem einen