Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 4/5 (4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4921092-5965092-5965210--0993-4923868- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
80 No.4 schiedenen Griffarten, d) Ueberschwünge. e) Kippen, f) Aufstemmen, I. ohne Schwung (Ruckstemmen, Zugstemmen), II. mit Schwung (Schwungstemmen). D. Umschwünge: Kniewelle, Mühle, Sitzwelle, Ristwelle, Felge, Schraubenwelle u. a. E. Recksprünge, aus dem Seitstand vor dem Reck oder mit kurzem Anlauf. a) Hocke; b) Grätsche (Wolfsprung); c) Kehre; d) Flanke; e) Wende; f) Ueberschlagen; g) Fechtsprünge. R. S. Zeitungsstimmen über die Judenfrage auf dem Deutschen Turntag. Das „Berliner Tageblatt" schreibt in einem Leitartikel, den es „Rassenfexereien" betitelt, u. a. Folgendes: „Die Israeliten sind mit Land und Volk verwachsen und setzen ihren Stolz darein, ihre Pflichten gegen den Staat nach besten Kräften zu erfüllen. Es spricht für die noch immer nicht vollendete Entwickelung des deutschen Einheitsgefühls, dass trotzdem eine antisemitische Bewegung entstehen konnte. Schuf man doch damit von neuem eine Zersplitterung, die durch die Begründung des deutschen Reichs wenigstens äusserlich überwunden war; erschwerte man doch damit die Assimilation fremder Elemente, die für jeden kraftvollen Volkskörper unentbehrlich ist. Während das deutsche Reich ohnedies mit äusseren und inneren Schwierigkeiten gerade genug zu tun hat, war man gewissenlos genug, einen neuen Erisapfel ins Volk zu werfen und durch Rassenschnüffelei neue Gegensätze zu wecken. In Oesterreich, das alle Untugenden der deutschen Eigenbrödelei in verstärktem Masse aufweist, hatte man es sogar so weit gebracht, dass die „Urdeutschen'' nicht einmal mit Israeliten gemeinsam turnen wollten. Während gerade in den deutschen Turnvereinen eine starke Stütze des Deutschtums liegt, sodass man annehmen sollte, dass jeder deutsch fühlende Israelit in diesen Vereinen willkommen sein müsste, richteten die Rassenfexe in dem Arierparagraphen den Schlagbaum auf, den kein Israelit überschreiten sollte. So waren die freier denkenden deutschen Turner Oesterreichs gezwungen, sich eine eigene Organisation zu schaffen. Der Deutsche Turnertag, der zur Zeit hier versammelt ist, bat glücklicherweise Einsehen genug gehabt, durch dieses selbstmörderische Vorgehen der österreichischen Teutonen einen Strich zu machen. Er hat, wenn auch nicht mit voller Entschiedenheit, die neugebildeten freiheitlichen Turnvereine unter seinen Schutz genommen. Und es war erfreulich zu hören, dass der Vorsitzende die Erörterung politischer Fragen ablehnte. Die Turnvereine