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Jüdische Turnzeitung · 1904-04-01 · 4/5 (4.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
4/5 (4.1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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74 &ro. 4 weiter. Jederzeit gewährten mir 40 bis 60 jugendliche Teilnehmer aus dem In- und Auslande ein herrliches Feld zum Beobachten. Ich wollte, ich musste der Sache näher auf den Grund, nicht nur um ihrer selbst, sondern auch um ihrer heimlichen Widersacher willen. Zweierlei fasste ich von jetzt an beinahe zehn Jahre lang ins Auge: Die Wirkung der Übungen auf jeden einzelnen Knaben und Jüngling und die weitere Ausbildung der Übungen selbst. Über jedes wurde besonders Buch gehalten. So sicherten sich meine Erfahrungen und so mehrten sich nicht nur die Übungen mit ihren Stufen und Aufgaben, sondern die Natur einer jeden wurde weit genauer erforscht und Regel nach Regel gefunden. Auf diesem Wege entstand die zweite, fast ganz umgearbeitete Ausgabe meines Buches 1804." Guts Muths' Gymnastik war das erste eigentliche Turnbuch. Dasselbe lehrte nicht nur die methodische Behandlung des Übungsstoßes, sondern wies den Leibesübungen die ihnen gebührende Stelle nach, entwickelte allseitig den Einfluss der erziehenden Gymnastik auch auf die sittliche Bildung, und auf die Vaterlandsliebe der Schuljugend, und strebte die Aufnahme der Leibesübungen in das gesamte Volksleben an* (Wassmannsdorff). Nachdem seine Gymnastik in zweiter Auflage erschienen war, trat G. längere Zeit hindurch nicht aus seinem engeren Wirkungskreise auf dem Schnepfenthaler Turnplatze hervor. Die patriotischen Zwecke, denen er durch sein „Turnbuch für die Söhne des Vaterlandes" (Frankfurt a. M. 1817) zu dienen strebte, Hess die hereinbrechende Zeit der Reaktion ihn nicht erreichen. Wir sehen aber, dass er das Wort „Turnen" annimmt und die Verdienste seines grossen Mitstrebenden Jahn bereitwillig anerkennt. „Was mir [GM] unmöglich wurde (nämlich die Gymnastik zu einer allgemeinen Erziehungs- und Volkssache zu machen), gelang späterhin dem kräftigen Jahn. Er trug 1810 die wieder erweckte Gymnastik nach Berlin. Wie in der Natur vor einem Donnerwetter, so hatte sich im kräftigen Volke der Preussen der Gewitterstoff durch gewaltsame Reibung gesammelt; dem Wackeren fügte sich die glückliche Stunde; ihm gebührt das grosse Verdienst der unmittelbaren Einführung der gymnastischen Übungen, denen er den Namen Turnübungen gab, in die [damals] zweite Stadt des deutschen Landes und eben dadurch in viele andere Orte." In anderer Weise hatte G. schon 1796 in seinem klassischen Werk: „Spiele zur Übung und Erholung des Körpers und Geistes für die Jugend, ihre Erzieher und alle Freunde unschuldiger Jugendfreuden" (eine zweite Auflage erschien noch in demselben Jahre, eine dritte 1802, eine vierte von Klumpp in Stuttgart 1845, eine fünfte und sechste von Schettler unter Mitwirkung von Lion 1878 und 1887, eine siebente von Lion 1898), we'ches das beste enthält, was je über Bewegungsspiele gesagt worden ist, sowie in seinem 1798 erschienenen „Kleines Lehrbuch der Schwimmkunst"

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