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Jüdische Turnzeitung · 1904-04-01 · 4/5 (4.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
4/5 (4.1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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72 No. 4 Zur Enthüllung: des Guts-Muths-Denkmals in Quedlinburg. Am 20. Mai wird mit der in Quedlinburg stattfindenden „Allgemeinen deutschen Turnlehrerversammlung" und der Jahresversammlung des „Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele" die Einweihung eines Guts-Muths-Denkmals verbunden sein. 65 Jahre sind seit dem Tode Guts Mutbs ins Land gezogen, bis sich endlich unsere denkmalenthüllungsfreudige Zeit dazu aufgerafft hat, auch dem viel zu wenig gewürdigten Guts Muths ihren äusseren Dank abzustatten. Ihm wäre wohl schon früher ein Denkstein gesetzt worden, hätte er die Popularität des alten Jahn, dem er an Verdiensten am nächsten steht, zu verzeichnen gehabt. Noch zur rechten Zeit haben die Turnersleute jene fast verjährte Schuld des Volkes einzulösen gesucht, und da sie mit Glücksgütern im allgemeinen nicht besonders gesegnet sind, durch kleine, aber freudigen Herzens gegebene Beiträge und Sammlungen die Kosten des Guts-Muths-Denkmals aufgebracht, das fortan die Geburtsstätte des Altmeisters der Turnerei zieren soll. Guts Muths Lebensbild, in der Anschauung der weiten Volksschichten bisher wenig bekannt und verschwommen, wird durch diese Ehrung den ihm schon längst gebührenden Glanz im Volke gewinnen. Wir Turner, denen er auch vordem ein lieber Bekannter war, werden wünschen, die Erinnerung an ihn wieder aufzufrischen. Diesem löblichen Vorsatz will die Redaktion in ihrer Weise zu seiner sofortigen Verwirklichung verhelfen, in der Erwägung, dass so viele die kleine Mühe scheuen, sich aus einer Turnbibliothek die geeignete Lektüre selber zu verschaffen. Wir geben daher im folgenden die in dem Euler'schen „Handbuch des gesamten Turnwesens" enthaltene Biographie Guts Muths wieder und glauben dadurch unsern Freunden einen Gefallen, dem alten Guts Muths aber eine Ehrung zu erweisen: Guts-Muths, Johann Christoph Friedrich, ist am 9. August 1759 in Quedlinburg geboren als der einzige Sohn eines wenig begüterten Vaters, den er bereits im zwölften Lebensjahre verlor. Schon früh entwickelte sich in dem Knaben die Neigung zur Selbsttätigkeit. Auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt bereitete er sich auf die wissenschaftliche Laufbahn vor. Noch als Gymnasiast begann er in der Familie des Leibarztes der Fürstäbtissin, Dr. Ritter, der die häusliche Beaufsichtigung und Unterweisung seiner Kinder ihm anvertraut hatte, eine pädagogische Tätigkeit, durch welche er

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