Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 4/5 (4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 71 erzielt haben, und hoffen, dass ihre Arbeit auch fernerhin gute Früchte tragen möge. Bezüglich mancher Fragen, mit denen sich die Konferenz beschäftigt hat, wie z. B. die des einheitlichen Grusses oder der Vereinsabzeichen und Uniformen vermögen wir freilich die Tragweite der gefassten Beschlasse in turnerischer und nationaler Hinsicht noch nicht zu abersehen. Der Geist soll es sein, der uns eint, nicht die Farbe des Leibgurts oder die Facon des Hemdärmels. Von tiefer Einsicht in die Aufgabe unserer Bewegung zeugt aber unzweifelhaft der Beschluss, auf die Einführung des obligatorischen Turnens in den Schulen hinzuwirken, und wir wünschen, dass die Tätigkeit des Verbandes in dieser Richtung von baldigem Erfolge gekrönt sein möge. Je früher in der Jugend jüdische Knaben und Mädchen mit systematischen Körperübungen beginnen, um so stärker und nachhaltiger wird die Wirkung für ihr ganzes Leben sein, und die, die in der Schulzeit schon das Turnen kennen gelernt haben, werden um so eher später in den Vereinen die liebgewordene Tätigkeit fortsetzen, so dass die Durchsetzung dieses Beschlusses den Vereinen auch einen wohl vorbereiteten Nachwuchs sichert. Sehr erfreulich ist es in diesem Zusammenhang, dass die, Alliance israClite, die ja in Bulgarien eine Anzahl jüdischer Schulen unterhält, neuerdings auch für die turnerische Ausbildung ihrer Zöglinge tätig sein wird, so dass sich auf diesem Gebiete vielleicht ein gutes Zusammenwirken erzielen lässt. Die wichtigsten Punkte der Satzungen sind die, die die Tendenz des Verbandes festlegen. Er hat sich auf den rein zionistischen Standpunkt gestellt und damit eine engere Grundlage gewählt als die, auf der die Jüdische Turnerschaft steht. Denn so klar und scharf wir auch das nationale Moment in unseren Bestrebungen betonen, so scbliessen wir dennoch jede offizielle Verbindung der Turnerei mit einer politischen Betätigung grundsätzlich aus und beschränken uns auf die kulturelle Seite des jüdischen Volksgedankens. Wir glauben aber, dass dieser Unterschied in der Stellungnahme einer gemeinsamen Arbeit nicht im Wege stehen wird, da uns ja das nationale Bewusstsein an sich verbindet und sich genügend Gelegenheit zu gemeinsamer und einheitlicher Wirksamkeit und an gegenseitiger Unterstützung mit Rat und Tat bieten wird. J. H. Statistik der jüdisch-bulgarischen Turnvereine. Sofia Turnverein : Männerabtlg. 70 Schüler 50 Philippopel » n 60 ii 50 Rustschuck « n 80 » 60 Tatar-Pazardjik .» » 40 » 110 Küstendil » » 80 » 80 Samakoff « « 50 » 60 Dubnitza » 11 40 » 60 Lompalanka » » 80 »i 45 Widdin » » neugegründet 30 » 40 Varna » — n — 430 + 555 Sa. 985