Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 4/5 (4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 69 wird nie eine Einigung erzielt werden. Wer in solchem Masse die Gabe sein eigen nennt, selbst in allen Lagen sich nicht abschattein zu lassen, der ist nicht reif für den Idealismus, den unsere hohen nationalen Güter von uns heischen. Ein Landesverband iooo jüdischer Turner in Bulgarien. Vor einem Jahre*) etwa konnten wir unsern Lesern in ausführlicher Darlegung über das Aufblühen der jüdischen Turnbewegung in Bulgarien berichten. Mittlerweile haben unsere wackeren Freunde dort rüstig weiter gearbeitet. Die Zähl der Vereine ist auf 10 gestiegen; die Summe ihrer Mitglieder hat sich bei Berücksichtigung der dort sehr wichtigen Schülerabteilungen auf nahezu 1000 erhöht, was bei einer Gesamtziffer von 30000 bulgarischen Juden ein schöner Erfolg ist, und jetzt ist auch das schon vor Jahresfrist geplante Ziel erreicht: die Vereine haben sich fast alle zu einem Verbände vereinigt, der demnächst Anschluss an die Jüdische Turnerschaft suchen wird. In Bulgarien geht die Turnbewegung ausschliesslich von Zionisten aus, und wir glauben nicht fehl zu gehen in der Annahme, dass die neuerdings dort und auch in anderen Ländern sich zeigende stärkere Betätigung der Anhänger dieser Partei in turnerischer Beziehung als eine Nachwirkung unseres Baseler Schauturnens aufzufassen ist. Seit mehreren Monaten brachten die Blätter grössere und kleinere Artikel von verschiedenen Verfassern, welche die jüdischen Turnvereine veranlassen wollten, die geplante Organisation endlich zu vollziehen. Die Folge war, dass die Vereinsmitglieder ihre Vorstände beständig drängten, Hand ans Werk zu legen, bis sich endlich der Verein „Makabi" in Philippopel entschloss, den entscheidenden Schritt zu tun und in einem Rundschreiben vom 15./28. Dezember 1903 sämtliche Brudervereine Bulgariens aufforderte, umgehend Generalversammlungen einzuberufen, die über die Entsendung ihrer Vorsitzenden und Turnwarte zu einer an den bulgarischen Weihnachtstagen in Sofia abzuhaltenden Konferenz beschliessen sollten. Trotz der kurzen Zwischenzeit fanden sich Delegierte von fünf Vereinen ein, während zwei weitere, die von Samakoff und Dubnitza, schriftliche Erklärungen einsandten, des Inhalts, dass sie sich den auf der Konferenz gefassten Beschlüssen unterwerfen wollten. Bei der Eröffnung, die am 25. Dezember alten Stils in der Aula der jüdischen Knabenschule in Sofia durch den vom zionistischen Zentralkomitee in Philippopel damit beauftragtenHerrnRechtsanwalt Dr. JeschuaCaleff erfolgte, waren ausser diesem Herrn als Delegierte anwesend aus: *) Siehe Jfld. T.-Zt&. Juni 1903.