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Jüdische Turnzeitung · 1904-03-01 · 3 (3.1904) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
3 (3.1904)
Date
1904-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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48 No.3 „Emunah" in Lemberg und der „Bar Kochba" in Tarnopol gefochten. Übrigens wird auch bei den polnischen Akademikern das Fechten weniger vereinsweise als privatim betrieben. Die galizischen Studenten, die nach Wien an die Universität kommen, treten zum geringsten Teil in die meist aus Westjuden rekrutierten „schlagenden Verbindungen" ein, sondern schliessen sich in bewusstem Gegensatz zu deren Rauflust in ihrer Landsmannschaft „Bar Kochba" ab, wo aber — das entgegengesetzte Extrem — nichts für die körperliche Ausbildung geschieht. Indes sind sich wenigstens die zionistischen Hochschpler •dieser ihrer Pflicht bewusst geworden. Seitdem die Leitung des angesehenen Rigorosantenvereines in Lemberg vor 2 Jahren in zionistische Hände geraten ist, wird von ihm in ganz Galizien eifrig für ein „akademicky dorn" (Studentenheim) in Lemberg agitiert und gesammelt. So sind für dieses Heim, welches eben auch eine Turnhalle enthalten soll, an 9000 K aufgebracht und man bat sich schon an die Kultusgemeinde Lemberg um unentgeltliche Überlassung des Baugrundes gewendet. Als am letzten Studententag in Lemberg, am 1. November 1908, die Nichterledigung dieses Gesuches besprochen und getadelt wurde, erklärte Kultusvorsteher Dr. Eyk durch ein „Eingesendet'1 an den „Wschöd", an der Verzögerung seien bloss äussere Gründe schuld, das Projekt habe seine volle Sympathie. Es wird sich also hier unbedingt verwirklichen. Indes haben die Lemberger die Errichtung der Turnballe gar nicht abgewartet und im November den 1. jüdischen Turnverein Galiziens endgiltig gegründet, der unter der Adresse des ostgalizischen Distriktskomites, Lemberg, Podlewskiego 4, erreichbar ist Eine ähnliche Bewegung zeigt sich in Krakau. Hier propagiert Dr. Sam. Wahrhaftig, Mitglied des westgajizischen Distriktskomites, die Errichtung eines jüdischen Volkshauses mit Turnhalle. Die Bauzeichnungen sind schon längst fertig, bloss das Geld fehlt einstweilen; doch hoffen es die Krakauer Turnfreunde durch ein Anlehen gegen ihre persönliche Haftung für die Abzahlung von Zinsen und Amortisation oder gar durch Unterstützung seitens des Kulturvorstandes aufzutreiben. Denn so konservativ dieser auch ist, zeigt er sich der Beeinflussung seitens der jüdischnationalen Bestrebungen keineswegs unzugänglich. Hier hilft auch der Nationalstolz mächtig nach, da die polnischen Akademiker in Krakau, meist aus eigener Kraft, ein herrliches Heim sich. geschaffen haben.

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