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Jüdische Turnzeitung · 1904-03-01 · 3 (3.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
3 (3.1904)
Date
1904-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 3 47 Schulen gelangte und der sie von seiner Inspektionsreise her aus eigener Anschauung kennt, würde sich ein grosses Verdienst erwerben, könnte er hier der edlen Turnkunst freie Bahn schaffen. Schädigend auf die Gesundheit der Kinder wirkt auch, das« sie hie und da schon zum depravierenden Handwerk der Eltern herangezogen werden. In Sassöw bei Zloczöw z. B., dem Hauptsitz der sogenannten „Spanie(r)macher, welche die Athores (Zierkragen) für die Talessim (Gebetmäntel) herstellen, sieht man schon 6jährige Knirpse neben den Eltern werken; und sie geraten diesen auch im Habitus nach: klein und schmächtig, eingesunkene Brust und starker Buckel. Wenden wir uns. bei unserer Rundschau nun den Mittelschulen zu, so kommen für die Juden bloss die polnischen in Betracht. Denn jüdische gibt es einstweilen keine und an den 6 ruthenischen Mittelschulen, welche die Gnade der Polen ihrem gleichstarken Brudervolke gewährte, studiert alles in allem 1 Jude und zwar in Kolomea. Dieser ist allerdings auch sonst ein Unikum, da er sich als „jüdischer Nation" ausweisen darf, während den übrigen jüdischen Mittelschülern das statistische Bekenntnis zur polnischen Nation aufgezwungen wird. In diesen Mittelschulen wird das Turnen, wenn es auch nicht obligat ist, eifrig gepflegt. Leider bilden da die Juden wieder eine Ausnahme und absentieren sich zum grössten Teil, denn einmal haben sie, wie es ihnen von jung auf eingeimpft wurde, keinen Sinn für-Körperübungen und halten sie für eitel Zeitvergeudung, andererseits fesselt sie die Erteilung von Lektionen und überhaupt die Sorge um den Erwerb. Das Gleiche wie vom Turnen gilt auch von den Jugendspielen, die seit einem Jahrzehnt, wie in ganz Österreich, an den Mittelschulen gepflegt werden. Die jüdischen Hochschüler, so national die meisten von ihnen gesinnt sind, haben bis nun auch wenig getan, um an körperlicher Stählung nachzuholen, was diesbezüglich an ihnen in jüngeren Jahren verabsäumt worden. Das Fechten, welches in deutschen Landen ein wesentliches Prädikat des Studenten ist, wird gerade deshalb — als. Symbol einer assimilatorischen, fremdtümelnden Gesinnung — von den Nationaljuden verpönt. In Qemowitz, der Hauptstadt der benachbarten Bukowina, mit ihrer deutschsprachigen Universität, fechten und raufen die zionistischen Verbindungen „Hasmonaea" und „Zephirat" aufs Angelegentlichste, in ganz Galizien aber wird, meines Wissens, bloss von der 3*

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