Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 2 (2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4921092-5965092-5965208--0940-4923817- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 2 37 anstiften kann. Namentlich heute, wo die Juden sich, ja Gott sei's geklagt, nach verschiedenen Fronten hin zu wehren haben; und ganz besonders auf dem Gebiete der Politik sollte es sich jeder einzelne hundertmal überlegen, ehe er mit solchen Vorschlagen und Anklagen vor die Öffentlichkeit tritt. Solche Dinge können uns mehr schaden als die schlimmsten Angriffe der Gegner. _ Kleine Notizen. Die gleichm&ssige Ausbildung beider Hände strebt eine englische Gesellschaft als Grundlage für ein neues pädagogisches System an. Der Sekretär der Gesellschaft schreibt darüber: „Die gleichmassige Geschicklichkeit im Gebrauch beider Hönde wird einer der grössten Fortschritte in der Erziehung sein, den man in den letzten 25 Jahren gemacht hat. Die beiden Hälften des Gehirns arbeiten unabhängig. Die linke beherrscht die rechte Hand und die rechte Hälfte die linke. Bei richtiger Ausbildung kann jeder Mensch sogar zwei Dinge zugleich tun, z. B zwei verschiedene Briefe gleichzeitig schreiben. Unsere Gesellschaft will die Geschicklichkeit im Gebrauch beider Hände zu einem wesentlichen Zug der Erziehung machen; es ist aber natürlich nicht das Hauptziel, dass man zwei Dinge zugleich tun kann, sondern man will dadurch die allgemeinen Fähigkeiten entwickeln. Getrennt ausgebildet, werden die Hälften des Gehirns und die Hände einen viel höheren Stand der Entwickelung als jetzt erreichen, und vereint gebraucht, werden die geistigen Kräfte sehr erhöht werden. Je besser die beiden Hirnlappen sich gleichzeitig auf zwei Gegenstände richten können, um so besser können sie ihre vereinten Kräfte auch auf einen Gegenstand konzentrieren." Jackson hat Schreibhefte für Schüler entworfen, deren Seiten wechselnd für die linke und die rechte Hand gebraucht werden. In vielen Schulen wird bereits in diesem Sinne unterrichtet. Das mit der linken Hand Geschriebene war besonders bei sehr jungen Schülern eben so gut wie das mit der rechten Hand Geschriebene. Das zeigt, dass die Natur beide Hönde gleichmässig im Gebrauch wissen will. Die beidseitige Schrift ist steil, nicht schräg, Es wird mit der rechten und der linken Hand in den Heften nicht gleichzeitig geschrieben, da das erste nur Ziel ist, beide Hände gleichmässig auszubilden. Wie die beiden Hirnlappen unabhängig von einander arbeiten, zeigen Arbeiten, die beide Hände gleichzeitig verrichteten. Ein Mädchen schrieb z. B. zwei Briefe gleichzeitig, einen an ihre Mutter und einen ganz anderen an ihren Vater. Oder sie schreibt mit einer Hand und zeichnet oder rechnet mit der andern. „Das ist durchaus nichts Wunderbares," erklärt Jackson. „Jeder kann das tun, es erscheint nur ungewöhnlich. Wenn jemand singt und sich dazu begleitet, so ist das viel komplizierter." In welchem Grade weittragende Vorteile mit der Verbreitung der Beidseitigkeit verbunden sind, zeigen auch folgende Bemerkungen eines Arztes, Dr. Noble Smith: „Chirurgen und Ärzte, die besonders die körperliche und geistige Entwickelung wachsender Kinder studieren, haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Annahme schlechter Haltung verhindert werden muss; aber es ist eine schwere Aufgabe, die einseitigen Neigungen