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Jüdische Turnzeitung · 1904-02-01 · 2 (2.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
2 (2.1904)
Date
1904-02-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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36 No. 2 2. Massenbekehrung, ganz aussichtslos. Der Druck richtet sich doch in der Hauptsache gegen die armen Juden und diese — „sterben, aber bekehren sich nicht". 3. Auswanderung. Trotz aller Sympathie, die Errera diesem Hilfsmittel zuwendet, verspricht er sich keine radikale Lösung davon. Wenn es selbst gelänge 25 000 Juden jährlich aus Russland zu entfernen, so würde diese Zahl kaum die Hälfte des jährlichen Zuwachses der jüdischen Bevölkerung ausmachen I Er hält daher die Idee einer Massenauswanderung für „eine gefährliche Utopie". 4. Die bürgerliche Gleichstellung ist und bleibt auch hier das einzige wirkliche Heilmittel, das aber heute sehr fern zu liegen scheint, dennoch aber mit aller Energie erstrebt werden muss. Zu diesem Zwecke wendet sich Errera nicht nur an die Juden, sondern an alle Menschen. Der ganzen zivilisierten Welt ruft er zum Schluss seines herrlichen Buches zu: Tua res agitur, um deine eigenste Angelegenheit handelt es sich hier! Jeder Jude, auf welchem religiösen und politischen Standpunkt er auch stehe, sollte dies Buch lesen. E. T. Zeitungsschau. Der bekannte Berliner Maler Max Liebermann äusserte sich jüngst folgendermassen: „Ich halte die Vermengung anderer Rassen mit der jüdischen für nachteilig. Notabene: ich meine für die Juden. Ich bin Jude und ich bin stolz darauf, rassereiner Jude zu sein. Ich glaube, die jüdische Rasse verliert ihre guten Eigenschaften, wenn sie sich mit anderen Rassen vermischt. Die beiden verschiedenen Hälften ergeben eben nie ein harmonisches Ganze. In der Kunst wenigstens waren nur rassenreine Juden schöpferisch wahrhaft bedeutend. Denken sie an Israels beispielsweise." Die „Allg. Zeltung des Judentums" schreibt: Es ist wieder still geworden von der Vereinigung deutsch-nationaler Juden. Und das ist gut so. Wahrscheinlich haben die jungen Herren eingesehen, dass sie entweder selbst einen grossen Fehler begangen oder von anderen irregeleitet worden sind. Vermutlich hat ihnen auch die Zustimmung der konservativantisemitischen Sippschaft ein gewisses Grauen eingeflösst. Denn wir können doch nicht annehmen, dass ihnen die heuchlerische Zustimmung jener obenerwähnten Kreise Genugtuung bereiten kann. So weit kann doch die Verblendung nicht gehen, um den Beifall der „Kreuzzeitung" und der „Post" zu buhlen! Freilich, wer erst einmal auf abschüssigen Pfad sich begeben, für den gibt es kaum noch einen Halt. Das sehen wir aus dem Leibblatt der „Vereinigung", das seinem Namen durch die Intoleranz, mit der es die Anschauungen und Bestrebungen anderer verketzert, wenig Ehre macht. Seine Erklärungen über das politische Verhalten der deutschen Juden könnten ebenso gut in den antisemitischen Organen von Liebermann und Zimmermann stehen. Nun, hoffentlich ist das deutsch-nationale Intermezzo bald vorüber! Für unsere Kreise aber erwächst aus dem traurigen Vorgang eine weise Lehre. Man kann nämlich daraus ersehen, welchen Schaden dieses Heraustreten aus Reih und Glied, dieses auf eigene Faust arbeiten, dieses der Gemeinschaft in den Rücken fallen unter Umständen

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