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Jüdische Turnzeitung · 1904-01-01 · 1 (1.1904) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
1 (1.1904)
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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8 No. 1 Jahre 1861 in Harwich ausgeführter Dreisprung von 15 Metern gegenüberstehen, während z. B. auf dem DL Deutschen Turnfest in Hamburg 1898 der beste Dreisprung nur m 11,97 betrug, d. h. fast 5 m weniger als der Phayllos Sprung. — — — Das Kunstturnen ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, — Reck, Barren, Pferd verdanken ihre Entstehung in der Hauptsache der Jahn'sehen Zeit. Jahn wollte den volkstümlichen Uebungen, deren Betrieb auf den Philantropinen teilweise in Spielerei und Tändelei ausgeartet war, Leibesübungen gegenüberstellen, die geeignet wären, den Körper jn angreifendster Form durchzuarbeiten und zu stählen. So entstanden das Reck für die Hang- und Schwungübungen, der Barren für die Uebungen im Stütz und das Pferd (Schwingel), dessen Uebungen — wie Jahn sagt — „fast auf alle Teile des Leibes gleich heilsam wirken." - Jedes dieser drei Hauptgeräte unseres gegenwärtigen Tarnens hat in den fast 100 Jahren seines Bestehens nicht nur hinsichtlich seiner Konstruktion, sondern auch seiner Ausnutzung eine förmliche Geschichie zu verzeichnen. Für heute sei unsere Aufmerksamkeit nunmehr dem Reck gewidmet, das vom Anfang bis zur Gegenwart das ausgesprochene Lieblingsgerät der Turner und vor allem auch des Publikums gewesen ist. An dieser Tatsache ändert nichts die in der letzten Nummer der „Jüd. Turnztg." gebrachte Feststellung, dass beim X. Deutschen Turnfest in Nürnberg 1903 214 Musterriegen Barren, 118 das Pferd und nur 73 Riegen das Reck zu ihrem Gerät erwählt hatten. Bei Musterriegenvorführungen kommt es darauf an, möglichst viel Punkte zu „schinden", und das ist am Barren und Pferd viel leichter und sicherer, als bei den schwungreieben Übungen am Reck, bei denen häufige Versager an der Tagesordnung stehen. Das Wort Reck mit der Nebenform Rick bedeutet im Niederdeutschen eine Querstange, die in einer gewissen Höhe vom Erdboden angebracht zum Aufhängen von allerhand Gegenständen des Haushalts benutzt wurde. Die erste Reckeinrichtung Jahn's bestand aus drei Tannenbäumchen, die in Dreiecksform zwischen drei Fichten befestigt waren. — Reckähnliche Geräte wurden natürlich schon lange vor Jahn zu allerhand turnerischen Übungen benutzt Von solchen Vor^ Jäufern unseres Recks berichtet der bereits genannte Wassmannsdorf manches Interessante*). Schon der griechische Arzt Galen (um 170 n. Chr.), der in seiner Schrift «De sanitate tuenda***) auch bereits das Geräteturnen berücksichtigt, bediente sich einer Vorrichtung, die unserem Reck verwandt war. Im alten Konstantinopel führten ägyptische Gaukler aa einem Seilreck schon den •) Deutsche Turtueltung, Jahrgang 1876: .Zur Geschichte der Erfindung und de« Eratgebrauchi der Turngeräte.* •*) .Zum Schutze der Geeuadheit."

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