Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1904-01-01 · 1 (1.1904) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
1 (1.1904)
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4921092-5965092-5965207--0905-4923783
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 1 7 ligion losgelöst, fielen die oberflächlichen Vernunftler und Wüstlinge massenhaft dem Christentum zu" (Graetz). Herr Walter Rathenau hat mit seinem Verfahren, das gesamte Judentum zu verunglimpfen, um die eigene Person herauszustreichen, nicht einmal den Vorzug der Originalität. Das famose Sendschreiben David Friedländers an Probst Teller ist nur eine antiquarische Ausgabe von „Höre Israel". (Schluss folgt.) Blicke in die Geschichte unserer Turngeräte! Von Alfred Flatow. Das heutige Vereins- und Schulturnen unterscheidet in seinem Betriebe zwei grosse Uebungsgruppen: volkstümliche Uebungen und Kunstturnen. Zu den volkstümlichen zählen alle jene Uebungen, die nötigenfalls ohne besondere Turngeräte ausgeführt werden können, wie Laufen, Springen, Heben, Werfen, Ringen u. s. w. Unter Kunstturnen wird in erster Reihe das Turnen am Reck, Barren und Pferd verstanden. Die volkstümlichen Uebungen gestatten jedem, auch dem Anfänger bestimmte Leistungen — je nach seiner natürlichen Veranlagung — sofort zu vollbringen; das Kunstturnen" verlangt schulgemässe, oft jahrelange Vorbereitung und Belehrung. Die Geschichte der volkstümlichen Uebungen beginnt mit der Geschichte der Völker, denn Lauf, Wurf, Sprung und Ringkampf sind zu allen Zeiten und bei allen Völkern betrieben worden, wenn nicht der Erziehung halber, so doch der Wehrkraft wegen. Die genaue Kenntniss, die wir üher die grossen nationalen Festspiele der Griechen, besonders die Olympien besitzen, beweist, dass die meisten unserer volkstümlichen Uebungen in fast gleicher Form von den Hellenen bereits mit grosser Meisterschaft ausgeübt wurden. Die uns überlieferten Leistungen z. B. im Sprunge sind so hervorragend, dass sie in moderner Zeit auch nicht annähernd erreicht werden und den Forschern zu den mannigfachsten Hypothesen Veranlassung gegeben haben. Es sei an dieser Stelle nur an die berühmten Sprünge des Crotoniaten Phayllos und des Lacedaemoniers Chionis — auch Anchionis genannt — erinnert, die 55 bezw. 52 attische Fuss, d. h. m 16,96 bezw. m 16,08 weitgesprungen sein sollen. — Die Bemühungen der Gelehrten, Erklärungen für diese ungeheuren Sprungweiten zu finden, führten zu dem Resultat — der bekannte Turnphilologe Wassmannsdorf war der erste, der diese Behauptung aufstellte — der in Olympia geübte Sprung sei ein Dreisprung gewesen. Zugegeben, diese Annahme wäre richtig, so würde dem Phayllos Sprunge von m 16,96 aber immer nur als beste bekannte Leistung der Neuzeit ein im

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.