Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 22 (1921)
- Issue
- 1-4 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 hasse die Herrschsucht und halte Dich fern von der Cbrigkeit" und Awtaljon: -q:sj oipjpb bppj ,mS| nam omp -oysny rctfi -Q'^q •^WflP °W Q# KV9i) ^nwi oyrng o^n .D*TpSen'wi^ .D'jn? „i'hr Weisen, seid vorsichtig bei Euren Lehren, damit ihr nicht einst die Schuld an der Oaluth auf Euch traget und an einen Ort verbannt werdet, wo die „bösen Wasser" sind: denn „dann trinken die Schüler, die nach Euch kommen, davon und werden untergehen — und der Name Öottes wird entweiht werden." Es ist wohl kaum notwendig den tieferen Sinn dieses Ausspruches zu interpretieren. Was Oaluth (Exil, Verbannung) ist, wißt Ihr alle, und was Assimilation C.böse Wasser") sind, wißt Ihr auch. Der Talmud selbst (Aboth d. R. Nathan 11) nennt die „bösen Wasser" „aufgehen unter den Heiden und A neignen fremder E i g en s ch a t te n, Taten." Der argwöhnischen Regierung wegen sahen sich diese Gelehrten genötigt, den Zutritt zum Lehrhause zu beschränken. Ein „Pförtner" verlangte, vielleicht auch von der Regierung gestellt, „Eintrittsgelder". Ihre bedeutendsten Schüler waren H i 11 e 1 und Schammai, das 5. und letzte „Paar". (Fortsetzung folgt.) Vom beben in den Kolonien4') Es muß Forderung und Ziel der neujüdischen Bewegung in Palästina sein, nicht eine Zweckgemeinschaft zu gründen, sondern ein ganz neuartiges Gemeinschaftsleben, das auf Natürlichkeit, auf vollen Qefünlen, auf Liebe, auf Ehrlichkeit und auf einer neuen, Europa fernen, Europa überwindenden Ethik beruht. Es stützt sich diese Bewegung in erster Linie auf die Jugend, die, mit der Natur verwachsen, dadurch der unechten Kulturüberfeüierung entzogen, mehr auf sich gestellt ist als die Europas. Persönlich mutig und, wenn sie nicht dem Levantinismus verfällt, auch frei und ehrlich, ist sie das wunderbarste Ergebnis dieser auf die Wiedererweckung des Judentums in Palästina gerichteten Bewegung. Wer sie, diese. Abkömmlinge gedrückter galizischer oder russischer Juden sieht, wird, wie immer er auch sich zum Juden im allgemeinen stellen mag, ergriffen sein und er wird vieles zurücknehmen von dem, was er von der Unfähigkeit des Juden zur Landwirtschaft nachgesprochen hat. Ich sah jüdische Knaben, Kinder beinahe, auf galoppierenden Pferden reiten, sah sie schießen, ich sah sie die Ernte einführen, braungebrannt, die Keffije um den Kopf gewunden, vom Araber kaum unterscheidbar, hebräische Schnitterlieder singend, und weil ich sie so mit meinen eigenen Augen gesehen habe, sage ich, daß diese Jugend das Land zu einer Blüte bringen wird, die einzig dastehen wird in der Geschichte dieses Landes. In diesem Zusammenhange möchte ich nicht zu anderem übergehen, ohne der Schomrim Erwähnung getan zu haben. Schomer ist ein hebräisches Wort und bedeutet Wächter. Junge Männer, Arbeiter und Studenten haben es übernommen, die Felder vor Diebstählen zu behüten, die Kolonie bei Ueberfällen mit dem Gewehr in der Hand zu schützein, überhaupt die Sicherheitspolizei auszuüben. Es ist die Schomrtmorganisation eine Art freiwilliger Miliz, der anzugehören eine Ehre ist, denn die Geschichte der Kolonien ist mit dem Blute der Schomrim in die jüdische Historie eingetragen. Diese Schomrim haben in den Araberkämpfen, die mitunter ganz ernsten Charakter annehmen, bewiesen, daß sie den Beduinen keineswegs an Mut nachstehen; das Ansehen des jüdischen Volkes in Palästina steht dadurch auch so *) Proben aus dem im Verlage R. Löwit-Wien erschienenen Büchlein: Eugen Höflich — „Der Weg ins Land" (zurzeit vergriffenI), das besonders für die Jugend äußerst interessante Schilderungen eines aufrichtigen und gefühlvollen Menschen vom Leben in Palästina enthält.