Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 22 (1921)
- Issue
- 1-4 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Inbegriff alles Glücks erkannten, also auch dann, wenn sie etwa auch keinen Lohn dafür zu erhalten gedachten. Wie alten Verkündern einer neuen Anschauung so ging es auch unserem Lehrer; er wurde später mißverstandein, von seinen Befolgern sowohl als auch von seinen Gegnern. Die ihm in den späteren Jahrhunderten folgten, waren die „Essäer", bei denen seine Lehren in üblen und widernatürlichen Einrichtungen ausarteten; die Anderen, besonders seine eigenen Schüler Zaduk und Boethus verstanden ihn falsch. Antigonos schließt nicht die Hoffnung auf eine zukünftige Welt aus, er meint, daß wenn auch unseren edlen Absichten unedle unterschoben werden, wir uns von dem guten Wege der Tugend, der allein zum endgültigen (wenn auch nur im Jenseits) Siege führt, nicht abbringen und beirren lassen dürfen. Seine Schüler nahmen Anstoß an . seinem Wahlspruch. Sie sagten'): „Hätten unsere Lehrer an eine Belohnung im Jenseits geglaubt, so würden sie auf den Lohn nicht verzichtet haben; gibt es aber keine Vergeltung nach dem Tode, so wollen wir uns wenigstens hienieden gütlich tun." Sie bildeten später mit ihren Anhängern die Sekte der Sadduzäer, ursprünglich hebräisch B'p.,13f »die Oerechten" (nach Simon dem Gerechten?), dann aber nach ihrem Vorbild . ,pnjf Zaduk "B'p^, „die Oerichteten", genannt. Die Nachfolgen des Antigonos waren die „Paare" von denen uns fünf zeitlich aufeinanderfolgende bekannt sind. Zur Zeit der Hasmonäerherrschaft stand das S y n h e d r i o n (s. o.) in höchstem Ansehen. Die beiden Häupter dieses Instituts waren der „Nasi" (Fürst) und der „Aw beth din" (Vater des Gerichts- , hofes), sein Stellvertreter. Beide bildeten ein — „Paar", das Zweimänner- Kollegium. Die Ersten waren iTT^V "ftV.V1 ]3 ""pt1 Jose b. Joes er aus Zereda (Nassi) und O^I^T. SS^N ^HV Q ^QP Jose b. Jochana n aus Jerusalem (Aw beth din). Sie waren die Augenzeugen der ersten Makkabäerkampfe. Jose b. Joeser (s. o.) war ein Priester, Aaronide von Geburt, seine Zeitgenossen nannten ihn „einen Frommen des Priestertuns" (Chagiga II, 7). Von ihm stammt die Lehre: ptyfjjp Hirn ■WQ^b TRI H% tf^? .nrrp^nK,^ nflW mj^ 017^1 „Dein Haus sei die Sammelstätte der Weisen, lasse den Staub ihrer Füße auf Dich kommen (ihre Lehre) und schlürfe mit Begierde von ihrer Weisheit!" Jose b. Jochanan's Wahlspruch lautete: vj? W.flL, ^<J\) ••"l^Vr? 'Wf tJjyS T!} .n^nn dr nrPte>T bttit .qjyi „Dein Haus sei stets weit offen, die Armen seien Deine Hausgenossen und — sprich nicht viel mit einer Frau!" ' Beide waren Gottesmänner, die mit ihrer ganzen Person für ihre Religion eintraten, und selbst ihr Leben opferten, wenn sie dadurch ihre Treue bekunden sollten. Von ihnen spricht später der Talmud: „Mit Jose b. Joeser und Jose b. Jochanan wurden die Männer, die alle religiösen Tugenden in sich vereinigten, zu Grabe getragen." (Sotha 47). Ihre Nachfolger waren .HTIIS? |3 yj^l'T Josua b. Perachja und ^STWn Nitai aus Arbeli; deren Aussprüche findet ihr in „Pirke Awoth" aufgezeichnet. Diese beiden Männer scheinen nicht ganz in Harmonie gelebt zu haben. Während der Erste, ein Pharisäer gefordert hatte, jeden Menschen nach seiner verdienstlichen Seite zu beurteilen, mahnt der Andere: ..Halte Dich fern von einem bösen Nachbar, geselle Dich nicht einem Qott- *) Aboth d. R. Nath. V. 1.