Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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35 Größte Bedeutung ist der Ausbildung der Vorturner zu widmen. I« jedem Vereine müsse ein Vorturnerkurs geschaffen werden, und die kurzen Kreisvorturnerkurse haben lediglich den Zweck, das vorhandene Material zu sichten, Fortschritte zu kontrollieren und Direktiven für die Vorturnerqrziehung; aufzustellen. Im Winter werden in den Gebirgsstädten, wo IMakabivereine sich befinden, Wintersportkurse abgehalten werden. Daraus ergeben sich für jeden Verein folgende Aufgaben, die in der unmittelbar nächsten Zeit sofort in Tat umgesetzt werden müssen: Die innere Erziehungsarbeit, welche von einem hierzu befähigten Mitgliede zu leiten ist. Im engen Zusammenhange hiermit steht der Unterricht in der hebräischen Sprache, in der Geschichte und in der Volksliterarur. Die technische Arbeit, welche sofort in Einklang zu bringen ist mit den Vorbereitungen zum Kreisfeste, die ganze Tätigkeit des Winters und des Frühjahrs im Turnsaale sowohl als auch auf dem Sportplatze soll auf das Kreisfest hinzielen, ohne jedoch den ganzen Vereinsbetrieb einseitig zu gestatten. Es wolle daher zur Leitlinie gemacht werden, daß die vorgeschriebenen Freiübungen zum Fest in den Arbeitsplan so eingeteilt werden, daß mindestens1 einmal in der Woche andere Uebungen geturnt werden wie die vorgeschriebenen allgemeinen Festfreiübungen. Ein wesentlicher Raum in der Vereinsarbeit ist den Wanderungen zu jeder Tages- und Jahreszeit zu belassen. Auf den womöglich mehrmals in der Woche stattfindenden Heimabenden soll neben der sonst festgelegten programmatischen Arbeit Freundschaft und Annäherung gepflegt werden, wobei diese seltene Gelegenheit einer ungezwungenen Aussprache über Fragen des Judentums und des Lebens zu widmen ist. Es wird von persönlichen Fähigkeiten der Erzieher abhängen, diese Abende zu einem Ereignis jedes Einzelnen zu machen. Wichtig und sehr schwierig ist hierbei die Frage, ob es gelingen wird, die Vorturner und die — Führer — in einer Person zu vereinigen. Tb. Ing. Emmerich Hoffmann erwähnt in seinem Kassabericht, daß die einzelnen Vereine dem Kassierer seine Arbeit nicht erleichtert haben, so daß er die Absicht nicht habe, es den versammelten Vereinsdelegierten heute bequem zu machen und an der Hand des Tagebuches, trotz teilweisen Protestes, die Verlesung der Schuldenkontos der Vereine vorzunehmen. Er beantragt, nur jene Delegierten als stimmberechtigte Vereinsvertreter anzuerkennen, deren Vereine die Kreissteuer ordnungsgemäß abgeführt haben. (Protest.) Wenn Wir national und kulturell noch so fest gefügt sind und auch technisch noch auf einer so ziemlichen Höhe stehen, ohne geregelte Finanzen werden wir immer auf halbem Wege stehen bleiben. Die wichtigste Einnahmequelle ist die Kreissteuer. Anläßlich des Kreisfestes wurde bereits vor einem Jahre der Garantiefonds gegründet. Es kann nicht an Hand des Kassabuches behauptet werden, daß sich die Vereine ganz besonders für diesen interessiert hätten. Dieser Garantiefonds muß seine Höhe von 50 Mille erreichen, sonst ist die Abhaltung des Festes illusorisch. Die vom Kreis herausgegebenen Makabiblätter haben zwar allgemein Anklang gefunden, doch ist es uns nicht gelungen, das Interesse in die notwendigen Geldmittel uberzuleiten. Die Aktion der von uns herausgegebenen Protokolle des ersten Turntages sowie der darauf folgende Briefbeschwerer brachte nicht den mit Berecnti-. gung erwarteten finanziellen Erfolg. Unser Budget gliedert sich in ein normales Budget, für welches wir nur 4000 Kr. beanspruchen und in ein außer- °"*jentlic!hes, für welches wir unbedingt und in kürzester Zelt den Betrag von 50 000 Kr. aufbringen müssen. Unser Schauturnen muß, wenn es stattfinden soIL im voraus finanziell gesichert sein. Zusammen mit der technischen Arbeit, mit der Betätigung auf dem kulturellen Gebiete, schreite auch (Sc * i? runlr unserer Finanzen vorwärts, und wenn wir auch hier auf einem festen Boden stehen werden, werden wir Erfolge erzielen. Debatte. Tb. R e i f (Mährisch-Ostrau): Kritisiert die Nichtbezahlung der Kreissteuer, fordert Begründung und hinreichende Dotierung der Reisekassen jedes einzelnen Vereines. Er spricht sich für die Gründung einer eigenen Zeitschrift aus und