Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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34 (Dakabi Zupa iidovsk^ch telocvicn^ch a sportovmch <\A jednot Vt. S. republicc. Kreis der jüdischen Turn- und Sportvereine in der C S. Repubhc. Der IL Cumu. Sporfiag des Kreises (Dafcabi in BrüDD. Am 31. X. und 1. XI. 1920. In Anwesenheit von ca. 70 Vertretern der Makabivereüie der Republik fand in angegebener Zeit die Kreisvollversammlung des Kreises Makabi in Brünn statt. Vertreten waren im ganzen 17 Vereine. Am Sonntag, den 31. X. um 9 Ohr vorm., eröffnete der Vorsitzende des Kreises die Tagung mit einer hebräischen und tschechischen Ansprache. Die Verhandlungen leitete Tb. Dr. Sonnenfeld-Brünn, Qold-Lundenburg, Sinaiherger- Eibenschütz. Von allen Jüdischen Organisationen der Republik lagen Begrüßungsschreiben vor. Der Bericht der abtretenden Kreisleitung gab ein erfreuendes Bild von der regen Arbeitstätigkeit, die in fast allen Vereinen zutage trat. Es läßt sich behaupten, daß die meisten Vereine in die neue Arbeitsperiode innerlich und äußerlich gefestigter eintreten als vor einem Jahre. Man kann heute sagen, daß die Vereine jenes Niveau erreicht haben, daß sie vor dem Kriege besaßen, so daß also die durch den Krieg und die Nachkriegszeit hervorgerufene Krise zum Teile als überwunden angesehen werden kann. Daher konnte ,das Arbeitsprogramm, welches die abtretende Kreisleitung als Richtlinie der Makabiarheit im nächsten Jahre aufstellte, Forderungen beibehalten, die als solche von jedem Vereine und von jedem Einzelnen, der sich zu der Makabigemeinschaft meldet, mehr erfordert als bloße Mitgliedschaft, als bloßes Mitmachen, Mitlaufen oder „auch noch Mitgliedsein". Das Wesen der neuen Zeit erfordert eine neue Einstellung aller jener Kräfte, welche an der Erlösung, an der äußeren und inneren Befreiung des Volkes mitarbeiten wollen. Die Aufgabe der jüdischen Turnerschaft besteht aus 2 ineinander greifenden, eigentlich nicht zentrisch gelagerten Gebieten: aus der turn- und sporrtechnischen Arbeit und aus einer Tätigkeit die als Ganzes als Kulturarbeit bezeichnet werden kann. Die Aufgabe der jüdischen Turnerschaft ist die jüdische Erziehung und die menschliche Entwicklung. Diese eigentlich so grundverschiedenen Arbeitsgebiete hängen eng zusammen und werden gepflegt auf dem Turnboden, auf dem Spielplatze, auf der Wanderung und auf den sogenannten Heimabenden. Dieses enge Zusammenleben der Mitgliedschaft wird jene Interessengemeinschaft bringen, jenes ganz bestimmte Gefühl der gleichen Gesinnung, ein Solidaritätsgefühl, eine ganz bestimmte Hilfsbereitschaft werden, ein Gefühl, das nottut und durch jene Gemeinschaft begründet wird, die fähig ist, sich durch eigenes Vorbild, eigenes Beispiel, durch das eigene Sein und Leben für das We r d e n des Gewollten einzusetzen. Und da steht an erster Stelle die H e b r a i s i e r u n g der Vereine und der Mitglieder. Turntechnisch und sportlich muß der Vereinsbetrieb jene Formen annehmen, die uns ermöglichen, eine konkurrenzfähige Höhe des technischen Könnens zu erreichen und zu behaupten. Das erste Kreisturn- und Sportfest wird im Juni 1921 in Brünn stattfinden. Die Vorbereitungen hierzu sind im vollen Oange. Die zu den öffentlichen Vorführungen zugelassenen Mitglieder sind einer strengen Sichtung zu unterziehen. Das genaue Turn- und Sportprogramm wird einer speziellen Fachkommission zur Begutachtung vorgelegt werden. Der Kontakt mit den übrigen Kreisen der Jüdischen Turnerschaft der Welt wurde hergestellt, und der nächste Weltkongreß der jüdischen Turn- und Sportbewegung dürfte zur Zeit des Kreisfestes in Brünn stattfinden.