Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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32 gründeten hebräischen Sprachakademie (Waad Halaschon) abgenommen, welche amtliche Anerkennung gefunden hat. Die hebräisch-(arabische) Aufschrift tragen auch die Eisenbahnfahrkarten, Stationsschilder, Briefmarken usw. Palästinafilm. Die Palästinafilmgesellschaft hat einen Film fertiggestellt, der Erez Israel in seinem heutigen Zustande zeigt und augenblicklich in Wien vorgeführt wird. Die Presse äußert sich über den Film anerkennend. Er wird binnen kurzem auch nach Deutschland gebracht werden. Das Völkerbundsstatut für Palästina. In einer in der Assembly Hall in London unter dem Vorsitz von Sir Alfred Mond, dem englischen Minister für öffentliche Arbeiten, abgehaltenen Versammlung teilte, wie eine Sonderausgabe der Zionistischen Korrespondenz meldet, Professor Weizmann, Präsident der Zionistischen Organisation, über die Einzelheiten des Völkerbundsstatuts für Palästina folgendes mit: Das Statut wird erstens die Sanktionierung des grundlegenden Beschlusses von San Remo enthalten, zweitens eine Verpflichtung Englands, mit allen Mitteln die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte zu fördern, drittens die Bestimmung einer ständigen Vertretung der Zionistischen Organisation, sowie der anderen jüdischen Organisationen, die sich an der Aufbauarbeit beteiligen werden, bei der palästinensischen Regierung. Außerdem wird in einem besonderen Vertrage zwischen der englischen Regierung und der Zionistischen Organisation der Einfluß der Zionistischen Organisation auf die Besetzung des Postens des Oberkommissars gesichert sein. Nach Mitteilungen des Ministers Austen Chamberlain steht die Herausgabe des Statuts unmittelbar hevor. Bücher. Das verschlossene Buch, jüdische Märchen von Irma Singer, R. Löwit, Verlag. — Jakob Fromer, Der Talmud, seine Geschichte, sein Wesen und seine Zukunft. Paul Cassirer, Berlin. Die Sdhicfcsalsfrage. Ueberall in der jüdischen Welt spricht man heute vom Keren Hajessod, vom Palästina-Grundfonds. Was will dieser Fonds, welches ist seine besondere Rolle und Bedeutung? Der Beschluß, den die größten Mächte der Erde in San Remo gefaßt haben, wo sie Palästina zur nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes erklärten und es unter den Schutz des Völkerbundes und unter das Mandat Englands stellten, hat dem jüdischen Volke eine ungeheure Pflicht und Verantwortung aufgeladen. Ungezählte Male haben wir es in die Welt hinaus- §erufen, daß wir nur unseres eigenen Landes, unserer Heimaterde, beürfen, um innerlich und äußerlich das Oolus völlig abzuwerfen und an Kraft und Leistung jeglicher Art mit allen Völkern zu wetteifern. Wir haben gesagt, daß nur die ungünstigen Bedingungen . der Diaspora uns seelisch und körperlich verkrüppelt hätten, daß wir imstande wären, dieselben Typen zu stellen, wie jedes andere Volk: Den jüdischen Bauern, Handwerker, Arbeiter, Soldaten. Der Augenblick ist gekommen, wo wir wahr machen sollen, was wir gesagt haben. Alle politischen Voraussetzungen sind gegeben. Jede Hilfe (und Erleichterung wird uns gewährt. Alle Völker der Erde warten darauf, ob wir imstande sein werden, nun, nachdem sie. uns den Weg geöffnet haben, als gleichwertiges Glied in die Reihe der auf eigenem Boden mit eigener Sprache lebenden Völker einzutreten. Ein englischer Minister und treuer, frommer Jude, Herbert Samuel, ist nach Palästina gegangen, um die Wiederaufrichtung des jüdischen Volkstums zu leiten. Werden wir die Gunst des Augenblicks benutzen, wird der Ruf, den die Völker der Erde an uns senden, von .uns befolgt werden? Das Ergebnis der Werbung für den Keren Hajessod wird eine der Antworten sein, die das jüdische Volk auf diese Frage gibt. Was soll der Keren Hajessod? Wir hatten bisher schon den Nationalfonds. Seine Aufgabe ist, palästinensischen Boden zu erwerben, um Ihn als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erhalten und seine Er-