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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 12 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
12 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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27 Jugend, und kam evtl. zu seinen festlichen Veranstaltungen. Aber zu Heimabenden tveriief sich alles in Blau-Weiß, Jugendbund, Herzl-Klub, Ziomst. Mäddhenbund u. s. f. Die Mitglieder des einen Vereins waren zugleich Mitglieder bei noch zwei oder drei anderen Vereinen und konnten deswegen für niemanden intensiv arbeiten, sie leisteten nichts. Man kann eben nicht zwei Herren zu gleicher Zeit dienen. Und obendrein hatten wir einen geradezu unheimlichen Führermangel in alten Vereinen. . Dieser Führermangel und die Zersplitterung unserer Mitglieder in «ül die Vereine, die sie mal heute, mal morgen in Anspruch nahmen, das waren die Uebel. Und die mußten beseitigt werden. All diese Ueberlegungen haben uns nun dazu gebracht, uns zusammenzuschließen und unser Heil in gemeinsamer Arbeit zu suchen. Es war nicht leicht einig zu werden, das muß ich offen sagen. Es gab stürmische Sitzungen, jeder hielt mit großem Patriotismus an seinem Vereine Ängstlich fest, und ganz besonders schwer entschlossen sich die Blau-Weißen zu diesem Zusammenschluß, was jeder Blau-Weiße gut verstehen wird. Aber schließlich wurde es doch. Wir wurden darin einig, daß — probeweise bis Weihnachten — der Bar Kochba die gesamte Arbeit, also Turnbetrieb und Heimabende, zu ubernehmen hat und die anderen Vereine ihren Betrieb vorläufig bis dahin einstellen. Warum gerade der Bar Kochba es sein soll, der alle Arbeit ubernimmt, das wurde ich oft gefragt. Nun, weil meines Erachtens der Bar Kochba der gesündeste Verein ist, der auf der breitesten Basis aufgebaut ist, weil der Bar Kochba — wie Hans Kuhn auf dem Turntage sagte <- eine alles umfassende Volksbewegung ist oder sein soll. Ich habe die feste Zuversicht, daß unsere Arbeit Erfolg haben wird. - Wir haben nach und nach mit Heimabenden begonnen. Die Jugendabteilungen haben nach Blau-Weiß-Methode ihre Heimnachmittage und Spielrasten in kleinen Gruppen, die fast durchweg von Blau-Weiß-Führern geleitet werden. Diejenigen von uns, die selber Heimabende geben oder es dem- •nächst doch tun sollen, sind in einem sogenannten Führerkurs zusammengefaßt, den unser 1. Vorsitzender, Dr. Outtraann (B. Z. K.) leitet, der auch mit unseren Zöglingen arbeitet Diesen Führerkurs haben auf Wunsch seines Leiters Jungen und Mädel — oder sagen wir: Herren und Damen — gemeinsam, ich wollte ursprünglich die Heimabende der Damen- und Herren-Abrteilung gleich denen der Jugendabteilungen in Qruppen eingeteilt sehen, stieß aber dabei auf wenig Gegenliebe und um so gijößere Interesselosigkeit. Bedauerlich! So haben denn bis auf ganz wenig Ausnahmen die Mitglieder der Damen- und Herren-Abteilung alle zusammen einmal wöchentlich ein Beisammensein, an dem über alles mögliche referiert oder gesungen und gespielt wird. So weit wäre das ja ganz schön. Nur ist alles noch nicht ganz richtig, und das hängt auch wieder mit der „Volksbewegung" zusammen. Volksbewegung, das ist ja etwas sehr Schönes, aber sie umfaßt halt Volk. Und damit meine ich diejenigen, die nur so mitmachen: Heimabende gar nicht, Turnen unregelmäßig, Feste und Bälle — mit automatischer Pünktlichkeit. Wir wären heute weiter, wenn wir die Energie hätten, uns von diesen Mitgliedern, die nur hemmen, die zu allem sich nur bekennen, zu trennen. Aber wir hängen ja an Zahlen. Alle Turnvereine kranken daran. Und so kommt es, daß wir am Jörn haddin, am Turntag, immer wieder als trauernde Hinterbliebene am Grabe all' unserer guten Vorsätze stehen. Nun, ich bin optimistisch. Und ich hoffe, nein, ich glaube zuversichtlich, daß wir Kattowitzer am nächsten Turntag in Ehren bestehen werden. Kattowitz. Else Hartmaiiii. 3. T. U. Frankfurt a. ffl. Nach dem Beschluß des letzten Turntages send* ich euch hiermit meinen ersten Bericht über die Arbeit im J. T. V. Frankfurt a. M., und zwar während der letzten zwei Monate. Seit der Vorstandssitzung, die wir mit Klötzel während seines Hierseins hatten, sowie seit der Versammlung 1 2

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