Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 der nationaljüdischen J.ugendvereine, in der Klötzel einen Vortrag hielt, ist das Bild bei uns ein anderes geworden, die Verhältnisse liegen jetzt wesentlich günstiger. Zunächst hat sich in allen Abteilungen ganz von selbst derjenige Teil abgestoßen, der dem Zionismus am fremdesten gegenüber stand, der meiner Meinung nach nur sehr schwer zu beeinflussen gewesen wäre. Daß uns auf diese Art der eine oder der andere gute Turner und Sportsfr mann verloren gegangen ist, ist an und für sich Delanglos, wir hab,en noch genug gute. Diese zahlenmäßige Verringerung ist -auch insofern von Nutzen, als wir nunmehr einen besseren Ueberblick' über die einzelnen Abteilungen haben|. den Einzelnen mehr unter Aufsicht haben und ihn besser erfassen können.' Als günstiges Moment kommt ferner hinzu, daß die hiesigen nationaljüdischen Jugendvereine mehr als seither im J. T. V. mitarbeiten. Blau-Weiß, Herzl- Club, K.J.V. (auch einige alte Herren) und sogar das B.Z.K, kommen regelmäßig in größerer Anzahl zum Turnen. Sie machen zusammen in der Herrenabteilung ca. die Hälfte aus. Nun zu unserer eigentlichen nationaljüdischen Arbeit: Während seither in den Jugendabteilungen überhaupt nichts getan wurde, und man in den Erwachsenen-Abteilungen gelegentlich mal einen Vortrag hielt, oder einen Geschichtskurs veranstaltete, der schlecht besucht war, und schließlich im Sande verlief, haben wir nunmehr System in die Sache hineingebracht, so wie es auf dem letzten Turntag verlangt wurde. Die einzelnen Abteilungen arbeiten jetzt selbständiger als früher. Die Führer bezw. Vorturner haben sowohl die turnerische als auch die nationaljüdische Ausbildung unter sich, mit, Ausnahme der Herren-Abteilung, wo sich dies nicht vereinigen Heß. Hier mache ich (der ich jedoch regelmäßig zum JTurnen komme) jeden Mittwoch abend nach der Turnstunde für diejenigen 'Turnbrüder, die nicht im Blau^Weiß, H. C, K. J. V. oder B. Z. K. sind (es kommen ca. 20 in Betracht), einen Heimabend, auf dem ich das Juden-Problem behandle. Beteiligung _ und Interesse von seiteh der Teilnehmer ist gut. Wer in bezug auf beides ' versagen sollte, wird nach einiger Zeit, in der er seine Interesselosigkeit zur Genüge bewiesen hat, jn aller Freundschaft als für uns unbrauchbar abgegeben. Der turnerische Betrieb in der Herren-Abteilung ist gut, zwar macht uns die Bildung einer guten Vorturnerschaft Viel Schwierigkeiten» ■ aber wir werden diese auch überwinden. Die Jungens bis zu 18 Jahren haben wir aus der Herren-Abteilung herausgezogen und eine Zöglingsabteilung gebildet, die ganz für sich und zu einer anderen Zeit turnt. Sie besteht aus ca. 25 Jungens, davon sind 10 im Blau-Weiß und H. C, die übrigen 15 machen mit ihrem Führer Fredy Goldschmidt regelmäßig Samstags Heimnachmittage. ". In der Knabenabteilung turnen ca. 30 Knaben, davon sind 15 Blau- Weiße (Franz Ehrmann, Walter Fischel, M. Hichenberg und Plem). Die Erziehung unserer Knaben ist . durch sie gesichert. Von den übrigen 15 kommen ca. 5—8 regelmäßig zu den Blau-Weiß-Heimabenden, die übrigen werden auch noch folgen, sobald der Widerstand der Eltern gebrochen ist. Außerordentlich gut ist auch der Betrieb in der Mädchen-Abteilung, Von 30 Mädchen sind etwa 5 Blau-Weiße, die übrigen. 25 kommen regelmäßig Samstag nachmittags zum Spielen und Märchenlesen ins Heim. Unsere Turnschwestern, Alma Moses, Fränze Jakob, Toni Katz und "Lulu Schwab geben sich viel Mühe als .Führerinnen. Schlecht bestellt ist' es nur noch mit der Damen - Abteilung. Der turnerische Betrieb ist zwar sehr gut. Von 30 Turnerinnen sind. etwa 10 im Blau-Weiß und Zionistischen Mädchenklub, die übrigen 20 sind schwer zu erfassen. Frl. Thalmann wird versuchen, Heimabende mit diesen zu machen, was dabei herauskommen wird, weiß ich nicht. lUnsere Sportairteilung, die auf den Sportfesten in Mainz und Wiesbaden glänzend abgeschnitten hat, wird leider in diesem Winter nicht richtig arbeiten können, infoige äußerer, ungünstiger Verhältnisse. Hoffentlich werden die Verhandlungen Klötzels mit der Sportbehörde m Berlin bald zu