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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 12 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
12 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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26 etwa 12 Minuten vor Schluß abgebrochen. Das erregte Publikum stürzte sich auf die Wiener Spieler, die auch leider zum Teil tätlich angegriffen wurden. Wenn wir auch einen anderen Ausgang des Spieles erwartet hatten, so (hat doch das Zusammensein mit den Wiener Sportsleuten befruchtend auf unsere Mitglieder gewirkt, und ich hoffe, man wird jetzt intensiver an die Sportarbeit nerangehen, denn wir wollen doch auch einmal Ersprießliches von unserer Sportabteilung berichten können. Am 19. August veranstalteten wir den ersten Heimabend für unsere Männerriege, der leider nur schwach besucht war. Ich hoffe, daß das- Bewußtsein für die Wichtigkeit dieser Veranstaltungen inzwischen größer geworden ist lund denselben mehr aktives Interesse entgegegebracht wird. Die Turnbrüder Dr. Moses und Weißkopf sprachen auf dem Heimabend zunächst jm allgemeinen über Organisation und Aufgabe der jüdischen Turnerschaft. Dann unterhielten wir uns besonders über unseren Turnhetrieb, während gemeinsame Lieder dazu überleiteten, -daß wir Vorlesungen verschiedener jüdischer Gedichte 'hörten. Unsere neueste Schöpfung ist unsere Jugendriege. Wir konnten diese am 30. August zum ersten Male turnen lassen und beteiligen sich jetzt im Durchschnitt daran etwa 15 Jungens unter Leitung unseres Turnwartes G o 1 d m a n n. Unsere Generalversammlung fand am 16. September statt, und verteilten wir auf derselben erstmalig 10 Turnnadeln, die .allerdings nun inzwischen Verbandsnadel geworden ist. Die Debatte wurde etwas stürmisch, als insbesondere Turnbruder Dr. Moses scharfe Kritik an der oft mangelnden Disziplin übte. Die Folge war leider, daß Turnbruder Moses sein Amt als erster Turnwart, das er bisher mit unermüdlicher Sorgfalt verwaltete und das im engen Zusammenhang mit der Entwicklung unseres jungen Vereins steht, niederlegte. Der neue Vorstand, der dann gewählt wurde, setzt sich nunmehr so zusammen: 1. Vorsitzender Turnbruder Weiß köpf, Schriftwart Turnschwester Dr.* Schönberger. Das Amt des Kassenwartes blieb bei Turnschwester Frau H i r s c h w it z. Turnbruder Qoldmann, der bereits die Mädchen- und Jugendäbteilung leitete, wurde Turnwart. Verschiedene Statuten änderte die Generalversammlung insbesondere auf Grund der Beschlüsse des Turntages ab, wovon u. a. zu erwähnen ist, daß wir den Namen unseres Vereins in Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba, Chemnitz, umgeändert haben. Den Auftakt unserer Winterarbeit bildete ein Vortrag von Turnbiruder Heinrich Kuhn, Berlin, der zu unserer Freude 2 Tagebei uns weilte und am 13. Oktober über „Moderne Erziehungs-Probkme" sprach. Seine Worte fanden efnen merklichen Widerhall in den Herzen der Zuhörer. Er schilderte die Not unseres Volkes und zeigte der Jugend den Weg, den sie jetzt zu gehen hat; hoffen wir, daß sich alle unsere Turner und Turnerinnen seine Worte zum Leitstern unserer intensiv einsetzenden Winterbetätigung gemacht haben. Rudolf Weißkopf. ReDolution in KattoiDifc! Der Turntag hat doch einen heilsamen Erfolg gehabt. Er hat uns aufgerüttelt aus unserer etwas selbstgefälligen Stumpfheit. Wir haben gesehen, wie wenig wir bis jetzt geleistet haben, wir haben gesehen, daß wir nur „Turnverein", aber nicht „Jüdischer Turnverein" waren. Und ich glaube, fast alle sind wir mit viel guten Vorsätzen nach Hause zurückgekehrt. Nun, gute Vorsätze allein sind auch kein großer Fortschritt, Bekenntnis ohne Tat ist nicht viel wert. Wir Kattowitzer haben nun schon angefangen, die guten Vorsätze in Tat umzusetzen. Ausgegangen sind wir von der Erkenntnis, daß die Zersplitterung der nationaljüdischen Jugend in hundert Vereine, Bünde und Klubs ein nicht notwendiges Uebel ist, mit dem zuerst aufgeräumt werden muß. Bei uns ist es doch so: Im Bar Kochba turnte die gesamte nationaljüdisch gesinnte

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