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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 12 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
12 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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25 Interessen kollidieren, die der Jugendarbeit vorangehen sollen. Dies dürfte etwas anderes bedeuten als die Worte, die uns von anderer Seite in den Mund gelegt werden. . Zur Vermeidung von weiteren Mißverständnissen möchte ich hinzufügen, daß ich zwar das Blau-Weiß* Prinzip (intensive Erziehung in kleinen Gruppen, wie Kaminski es ausdrückt) für richtig halte, im übrigen aber die Erziehungsprinzipien des Blau-Weiß seit dem kriege aufs schärfste verurteile. Ich bedauere, daß Oanziger 'es provoziert, aber man muß sich mit ihm beschäftigen; es geht nicht um die Person, sondern um ernste Prinzipien: Nachdem die' vielerörterte Resolution über die Jugendarbeit mit einer erstaunlichen Mehrheit angenommen war, erklärte Danziger namens seines Ver- . eins, daß sie sich derartigen Mehrheitsbeschlüssen nicht fügen würden. Dieses Verhalten, auf das eine grobe Antwort gehört hätte, wurde von Scholem in seiner prachtvollen, schlagfertigen Art erledigt, und es war erquickend, zu sehen, wie sofort beide „Parteien" geschlössen gegen Danziger Front machten. Man konte meinen, es sei eine Entgleisung gewesen, und die Sache vergessen. Nun lese man sich aber den Schluß des Danzigerschen Artikels durch, der offenbar das Verhalten auf dem Turntag rechtfertigen soll, wobei noch besonders zu beachten ist, daß der Artikel als offiziell» Stellungnahme des Hamburger Vereins aufgemacht ist. Ich empfehle den. Hamburgern, sich in ihrem Verein so zu benehmen und zu rechtfertigen, wie Danziger es beliebt hat, und ich hoffe, daß Danziger dann mit ihnen, je nach ihrem Lebensalter, das tun wird, was man mit ihm hätte machen sollen. Die Turnerschaft aber hat die merkwürdige Konsequenz gezogen und .ihn •. zum Vorsitzenden der Obmannschaft gewählt! Man hat also offenbar zu den. Mitgliedern der Turnerschaft das schöne Vertrauen, daß sie Danziger nichr gelegentlich mit seinen eigenen Handlungen schlagen werden. Was ein gütiges Geschick verhüten mögel Berichte* Uüdisdier Tino- und Sport-Uereln Bar-Kodiba, Gbernnfö. Unser heutiger Bericht umfaßt die Monate August, September und Oktober. Anfang August beschäftigte uns rege ein Ereignis, nämlich der Besuch der Fußballabteilung des Jüdischen Sportclubs Hakoah, Wien. Dieser hatte auf einer Tournee durch Sachsen in Chemnitz ein Wettspiel gegen den Chemnitzer Ballspielclub (C. B. C.) auszutragen. Am 4. August traten unsere Wiener Turnbrüder in Chemnitz ein, so daß wir am selben Abend einen gutbesuchten Begrüßungsabend veranstalten konnten. Unsere Tumer und Turnerinnen waren fast vollzählig erschienen und Gäste, die unserem Verein nahestehen, ließen es teich ebenfalls nicht nehmen, unsere Wiener Turnbrüder mit uns zu begrüßen. Der C. B. C. hatte ebenfalls einen Vertreter entsandt. Turnbruder Weißkopf hieß die Wiener Gäste herzlich willkommen und indem er die Aufgaben der Jüdischen Turnerschaft in seiner Begrüßungsansprache berührte, zeigte er, welch enges Band uns mit unseren,Wiener Turnbrüdern verknüpft. Schnell waren wir alle den Wienern menschlich nahe gekommen, und die Stunden des Zusammenseins waren zu rasch verflogen, als der Trainer seine Mannschaftmahnte, das Hotel aufzusuchen, um für das Wettspiel genügend ausgeruht .zu sein. Am nächsten Tage genossen die Wiener bei hiesigen Turnbrüdern Gastfreundschaft,-' bis sie dann am Nachmittag den Sportplatz aufsuchen mußten, um zum Wettspiel rechtzeitig zur Stelle tu sein, lieber den Verlauf des Wettspiels sind unsere Leser größtenteils unterrichtet. Wenn auch die Hakoaher mit 2:1 Sieger blieben, so hatte das Spiel, das vorn zeitig abgebrochen werden mußte, unliebsame Auftritte zur Folge. Die Schärfe •des Spieles und verschiedene Differenzen mit dem Schiedsrichter fanden ihren Höhepunkt, als ein Wiener Verteidiger mit einem Stürmer des C. B. C zusammengeriet und letzteren zu Fall bringen mußte. Das Spiel wurde 12

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