Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Führer und Vorbilder zugleich und für ein neues Leben, darstellen. Welche Fülle von Aufgaben! * Wie sind diese Qrundprobleme zu erfassen? Unzählige Möglichkeiten bieten sich uns, diese Probleme auf dem Wege der Kleinarbeit, der persönlichen Aussprache von Mann zu Mann auf dem Turnboden, auf dem Spielplatze, auf der Wanderung usw. durch das unmittelbare Vorbild, durch das gute Beispiel ihrer Lösung näher zu bringen. Insbesondere die Zöglinge sind, das richtige Milieu, dort den Gedanken der richtigen Berufswahl zu wecken, den Begriff der Notwendigkeit einer Berufsumschichtung zu klären, Verständnis hierfür zu finden und die Rückkehr von den unproduktiven Berufen zur produktiven Arbeit zu propagieren. Gibt es hierfür ein besseres und lohnenderes Propagandamittel als Erez Israel? Diese Versuche der Berufsumschichtung mit der Hilfsbereitschaft zu verbinden-wird nicht schwer sein und ein großer Schritt nach vorwärts ist getan. Sofort ein Beispiel: Wenn es uns gelingt aus unserer Jungmannschaft ein halbes Dutzend vollkommen ausgebildeter, mit der modernen Produktionswelse vertrauter Und hebraisierter Handwerksgesellen nach Erez Israel zu schaffen, so würden diese wiederum die Möglichkeit für die Heran- und Ausbildung von doppelt sovielen produktiven Arbeitern im Lande bieten können. Ist das nicht positive Arbeit im Rahmen unseres Programmes? Und in diesem Sinne stimme ich Dir und deinem seltenen Radikalismus zu, 1. Tb. E". Simon I: > Es kommt 'eben darauf an, Worte in Taten überzuleiten und den Mut und den Ernst aufzubringen, sich durch das Sein für das Werden des Gewollten, für dessen Verwirklichung einzusetzen. Jawohl es muß Ernst gemacht , werden I ,! : Aber — die Umsetzung erfolge aufbauend, vorwärtsschreitend und picht — zerstörend! „Denn die Zerstörung ist größer als der Aufbau, die Woche ist Hänger als der Sabhath'V) Jeder Einzelne für sich allein- und individuell und ganz! Und wenn der Einzelne mit sich selbst ins Reine gekommen und — „seine Seele aus der Zerrissenheit zur Einheit geführt" — dann erst mögen diese Individuellen herantreten an die engste Gemeinschaft, als leuchtende Vorbilder, die Gemeinschaft schreite an die Revolutionierung des Vereines, des Kreises, des Verbandes usw. Vor allem Beispiele, Vorbilder, Führer...,, Und nicht zurückschrecken vor der Größe der sich selbst gestellten Aufgabe! „Nur der ist schwach, der den Glauben in sich selbst verlor und . kleinlich, der kleine Ziele sich gestellt!"») Und keine Halbheiten!!! Als Makabj-Prag im Jahre 1911 und 1913 mit der schüchternen Forderung nach inne'rer, geistiger Arbeit hervortrat, standen wir Jungen isoliert da. Heute feiern die Ideen eines der Besten — Tb. Dr. Alfred Kraus — ihre Verjüngung auch Im Kreise Deutschland, dessen Führern es damals unmöglich schien, nicht" nur die hebräische Turnsprache, sondern auch nur das hebräische Turnkommando einzuführen. So will ich nun, lieber Alfred; mit. Gleichgesinnten Deiner gedenken in. dieser Wunderzeit, da das große Tagen ansetzt und deine kühnsten Träume entzaubert — nicht nur das Tageslicht vertragen, sondern auch in Taten umgesetzt zu werden scheinen, wahrend es Dir nicht beschieden Ist, dies zu erleben. ») A. D. Gordon: 4 Briefe aus Palästina. ») Batopluk Czech: Gedichte. , ,