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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 11 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
11 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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17 Die neue Richtung dagegen sieht in der Wirkung der Turnerschaft vom allgemein-menschlichen Standpunkt aus betrachtet, eine "Expänzunp und Vervollkommnung der Erziehung unserer Jiifrerid. Unsere Zeit geht an wichtigen Erzienungsfragen fast achtlps vorüber. Von den drei Seiten der Charajfferbjldung wird die Geistesbildung heute fast ausschließlich als-Ziel hingestellt, wahrend die eth j s c. bf f r 7 i p u »n p und die Willensbildung von der Allgemeinheit vernachlässigt wird. Auf allen Gebieten aber werden d i e Menschen die tiefste und stärkste Wirkung erzielen, die sittliches Empfinden mit Geisteskraft und ausgeprägter Willensstärke in sich vereinen. Die Pflege der Leibesübungen ist uns also als eine AbRehr von dieser Einseitigkeit, als ein Mittel zur "Erziehungdes W j 11 e n s wf|r*vr»H Sie wirkt aber unvollständig, wenn nicht zugleich mit ihr eine Einflußnahme auf den ganzen Menschen, vor allem auch auf die sittliche Willensbildung erreicht wird. Für einen jungen Juden gehört zur vollen Entwicklung seiner Persönlichkeit eine positive, zielbewußte Stellungnahme zur Judenfrage, für die es nach unserer Auffassung nur eine befriedigende Lösung geben kann: den Zionismus. Das Ziel unserer Erziehung muß sein die völlige Erfassung des ganzen Menschen in Erkenntnis, Fühlen und Wollen. Mit dieser -Einstellung vereinigt sich unser Erziehungsziel für den Einzelnen mit der nationalen Aufgabe der Turnerschaft: die Vorbereitung und Erziehung der jüdischen 'Jugend zu der großen Aufgabe des jüdischen Volkes, dem Aufbau des jüdischen Palästina. Eine gesunde Palästinaarbeit ist undenkbar ohne eine gleichzeitige menschliche und nationale Erziehung der Juden in der Diaspora. Beide sind nur Teile der großen Aufgabe der nationalen Wiedergeburt des gesamten jüdischen Volkes, beide erfordern ganz außergewöhnliche Hingabe und Opfer. Es wäre daher müßig, die eine Aufgabe gegen die andere auszuspielen. Es ist fraglich, ob die Qualitäten der jetzigen Generation der Größe dieser Aufgabe gewachsen sind; jedenfalls muß die heranwachsende Generation mjt all ihrer idealistischen Energie auf dieses Ziel eingestellt und in allgemein menschlicher Beziehung zur möglichsten Vollkommenheit herangebildet werden. Hierbei in vorbildlicher Weise mitzuwirken, ist Aufgabe der Turnerschaft. Die Betonung der Willensbildung ist ein Faktor, der anderen Jugendgemeinschaften in dieser Konsequenz fehlt. Gelingt es der Turnerschaft auch die anderen Seiten der Jugenderziehung mit denselben Erfolgen, wie z. B. denen des B1 a u - W e i ß zu umfassen, so wird sie einen Vergleich mit allen anderen Jugendorganisationen nicht zu scheuen haben. Bis dahin aber ist noch ein weiter Weg. Will man den Gegensatz zwischen Alt und Jung kurz präzisieren, so kann man sagen: Als Hauptaufgabe stellt die alte Richtung die körperliche Regeneration als Forderung nationaler Hygiene 1 1

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