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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 11 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
11 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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11 Zustimmungen eingegangen ist, dürfte der Zusammenschluß nur eine Frage der Zeit sein und wahrscheinlich auf dem nächsten Zionistenkongreß erfolgen.*) An Einzelheiten aus der Geschichte der jüdischen Turnbewegung sei noch folgendes mitgeteilt: Einer der ersten jüdischen Turnvereine in Deutschland war der Berliner Bar Kochba. Er wurde 1898 gegründet. Er hatte anfangs mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Jüdische Gemeinde verweigerte ihm die Turnhalle, die er erst vom Berliner Magistrat erhielt! Er erreichte im Jahre 1904 die Mitgliederzahl von 700. Unter ihnen befanden sich freilich eine ganze Reihe tendenzschwacher Elemente, die plötzlich absprangen und einen Konkurrenzverein aufmachten. Die Neugründung schadete dem Bar Kochba wenig, zeigte aber, daß ein nicht auf nationaler Grundlage ruhender jüdischer Turnverein an Lebensfähigkeit und Schwungkraft nicht an die nationalen heranreicht. Der Bar Kochba hat heute zwei Männerabtejlungen, drei Frauenabteilungen, 3 Schülerabteilungen, zwei Mädchenabteilungen und eine Jugendabteilung, Fecht- und verschiedene Sportabteilungen. — Am Ende des ersten Jahrzehntes der jüdischen Turnbewegung gab es in Deutschland 9 jüdische Turnvereine, in Oesterreich-Ungarn 14, in der Schweiz 1, in Bulgarien 11, in Rumänien 1 und in Palästina 2. Sie umfaßten eine Mitgliederzahl von 5000. Heute bestehen in Deutschland allein 24 jüdische Turnvereine. Zum Schluß noch einiges aus der Geschichte des jüdischen Turnvereins Köln. Am 11. März dieses Jahres konnte unser Verein auf ein 18 jahriges Bestehen zurückblicken. Wir sind also in Köln nicht bloß der älteste national- Jüdische Verein, sondern überhaupt der älteste Jugendverein. Die Geschichte dieser 18 Jahre ist ein getreues Spiegelbild der allgemeinen Geschichte der Jüdischen Turnbewegung: reich an kämpfen, aber auch reich an Erfolgen. Es war ein Versuch, den die Väter des jüdischen Turnvereins, allen voran Leopold Abraham, Julius Berger und Max Goldreich mit seiner Gründung machten, und die ersten Jahre des Bestehens bewiesen die Größe des Wagnisses. Die jüdischen Turner waren noch zu sehr an die nichtjüdischen Turnvereine gewohnt. Mit den Jahren wurde alles besser. Die Schauturnen während der verschiedenen Zionistenkongresse wurden von uns immer beschickt. Nicht weniger eifrig war die Beteiligung an den Wettkämpfen allerorten. Diese aufstrebende Entwicklung hat der Krieg leider jäh unterbrochen. In die Lücke, die durch das Ins-Feld-Rücken der Turnbrüder gerissen wurde, traten aber die Turnschwestern, die den Verein während des Krieges erhielten. Heute, ein Jahr nach dem Kriege, ist der Verein wieder der alte geworden und zählt weit über JOO Mitglieder, eine bisher noch nicht erreichte Zahl. „ *) Anmerkung der Red.: Inzwischen bin ich mit einer Reihe ausländischer Kreise der Jüd. Turnerschaft in Verbindung getreten und pflege mit ihnen schriftliche Unterhandlungen bezüglich des nächsten Jüd. Weltturntages, der voraussichtlich in Brünn im Juni 1921 zusammentreten soll. Unsere Tum- und aportbrüder des Czechoslowakischen Kreises treffen bereits jetzt schon ihre Vorkehrungen dazu und haben ein großzügiges und großartiges Turn- und Sportfest ausgearbeitet, an dem sämtliche Kreise der Jüd. Turnerschaft teilnehmen sollen, vermutlich auch werden._ [ gewinnt dem jüdischen Volke Boden "| 11

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