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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 11 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
11 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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10 Betrachten wir die Geschichte der jüdischen Turnbewegung genauer, so fällt uns zweierlei auf. Zunächst einmal, daß ihr Entstehen zeitlich mit dem Entstehen der zionistischen Bewegung zusammenfällt. Das ist kein Zufall, sondern liegt an der Eigenart beider Bewegungen. Auch die zionistische Bewegung hat jene Erneuerungstendenz, die wir als das Charakteristikum der jüdischen Turnbewegung kennen lernten. Es handelt sich ja nicht bloß um die räumliche Konzentrierung der Judenheit, sondern um mehr als das: um die Erhaltung und Erneuerung der jüdischen Kultur. Diese Erneuerung aber muß jeder an sich versuchen, und sie wird nur da erreicht, wo sie sich neben dem Geist auch auf den Körper erstreckt. So wurden die führenden Persönlichkeiten der zionistischen Bewegung, in konsequenter Durchführung des zionistischen Gedankens, die Väter der jüdischen Turnbewegung. Max Nordau, der das bekannte Wort vom Muskeljudentum prägte, und Prof. Mandelstamm - Kiew sind hier in erster Linie zu nennen. Zionisten gründeten die meisten Turnvereine und leiten sie heute noch. (Die wenigen neutralen Turnvereine spielen ihnen gegenüber in der Turnbewegung überhaupt keine Rolle.) Diese Verbindung zwischen zionistischer Bewegung und jüdischer Turnbewegung hat letzterer zwar viele Gegner verschafft. Die deutschen Juden, die vor allem, was nach Nationaljudentum oder gar Zionismus aussah, ängstlich zusammenzuckten, erblickten in den jüdischen Turnvereinen mit Recht die bewußten Gegner ihrer Assimilationspolitik und bekämpften sie. Wir nahmen den Kampf mit diesen Gegnern auf, und heute, nach vielen Jahren des Ringens, haben wir das stolze Bewußtsein, aus diesem Kampf als Sieger hervorgegangen zu sein. Aus der Verbindung zwischen zionistischer Bewegung und jüdischer Turnbewegung ergab sich aber ein Zweites: daß die jüdische Turnbewegung interterritorial ausgelegt wurde. Im August 1903, als in Basel der Zionistenkongreß tagte, wurde die „Jüdische Turnerschaft" gegründet. Damit war das Gebäude errichtet, dessen weites Dach die jüdischen Turnvereine aller Länder umfassen sollte. Die jüdische Turnerschaft zerfällt wiederum in die Kreise der einzelnen Länder, so daß die in Deutschland bestehenden jüdischen Turnvereine den „Deutschen Kreis der Jüdischen Turnerschaft" bilden. Die Allweltlichkeit der Bewegung fand ihren Ausdruck u. a. in den verschiedenen Schauturnen, die zur Zeit der Zionistenkongresse stattfanden. Die Anregung dazu hatte der Jüdische Turnverein Köln gegeben. Durch den Krieg sind die Fäden zwischen . den ausländischen Brüdern und uns zwar gerissen, aber sie werden gerade in letzter Zeit besonders durch den deutschen Kreis wieder angeknüpft. Im Sommer vorigen Jahres versandte der Vorstand des deutschen Kreises der jüdischen Turnerschaft Rundschreiben an sämtliche Turnvereine der Welt, in denen zum erneuten Zusammen- Schluß aufgefordert wurde. Nachdem eine große Reihe begeisterter j& Wer für den Landfonds gibt

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