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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 10 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
10 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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18 die Fesseln zu sprengen, und dazu Arbeit gehöre, harte, emsige und opfervolle Arbeit. Das müssen unsere Jungen empfinden, zionistisch fühlen und sich daher zusammenschliessen, alle für einen, einer für alle. Andererseits müssen wir darauf Bedacht nehmen: Das Gefühl der Pflicht darf die Fröhlichkeit nicht ersticken, unseren Frohsinn nicht verscheuchen, unsere Lebensfreude nicht vernichten. Darum brauchen wir das jüdische und hebräische Lied. Also Pflege des jüdischen Volksliedes, hebräischer Wander-, Turn-, Hirtenlieder usw. Aber auch hier gilt dasselbe, wie oben bei den Heimabenden. Unsere Lieder müssen der Ausdruck unserer Empfindung sein, die Form, in der wir unsere Fröhlichkeit offenbaren. Und eben darum: Ohne Hebräisch-Kurs und jüdische Geschichte gibt es keine hebräischen Lieder, das eine ist immer die Voraussetzung des anderen. B. Die „Aelteren". Nun noch einige Worte über das Herrenturnen. Hier werden wir Kompromisse machen müssen. Kompromisse der Taktik und nicht des Programms. Die heutigen Jugendlichen sind die künftigen „Herren". Sorgen wir für eine möglichst gründliche Ausbildung unserer Jungen und wir sind der Sorge ledig, ob und welche besondere Stellung wir zum Herrenturnen nehmen sollen. Und doch wäre auch schon jetzt vieles Nützliche zu tun. Zunächst allwöchentliche, gesellige Zusammenkünfte unter den Aelteren, die aber mit einem Referate über'ein aktuelles jüdisch-hebräisches Thema zu eröffnen wären. Gilt es bei den Jüngeren unser Augenmerk auf die jüdisch-k u 11 u r e 11 e Seite zu richten, so bei den Aelteren auf die jüdisch-p o I i t i s q h e. Ein zweites sehr wichtiges Postulat wäre das Verlangen nach einem entsprechend geeigneten Turnleiter, da im Herrenturnen die Fühlungnahme außerhalb des Turnplatzes eine schwierigere ist. Schließlich müssen wir, soweit es möglich ist, und dies ist Sache des Turnrates, jüdische Veranstaltungen literarischer und künstlerischer Art veranstalten, um unsere Herren auf diese Weise mit den Produkten unserer nationalen Literatur, wenn auch in deutscher Uebersetzung bekannt zu machen. Das von mir hier skizzierte Programm ist ein Programm des Galuth, unnatürlich, künstlich ein Mosaikgebilde. Sein Sinn und Zweck liegt in der Beziehung zu unserer palästinensischen Siedlung. Unsere Handlungen, unser ganzes Tun muß eingestellt sein auf unseren Jischuw in Palästina. Sie bedingen sich gegenseitig Palästina und nationale Galutharbeit, und uns Turnern obliegt die Tätigkeit der Pioniere. Ein Gefühl muß uns durchströmen: Das Judentum wird zionistisch oder es wird nicht sein.

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