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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 10 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
10 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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17 auch der Vorturner selbst die hebräische Sprache noch nicht versteht. Aus dieser Schwierigkeit der Einführung darf aber nicht geschlossen werden, daß ihre Einführung nicht unumgänglich notwendig ist. Diese Notwendigkeit zu begründen, kann ich mir wohl ersparen. D i e Hebräisierung unserer Vorturner -ist der halbe Weg zur hebräischen Kommandosprache. Letztere ist erreicht, wenn es uns gelingt, die Mehrheit unserer Turner und Turnerinnen zu hebräisieren, sie mit j ü d i s c h e m Geist und Wissen zu erfüllen. Und deshalb müssen wir in konsequenter Durchführung unseres Programms, allerdings in einem späteren Zeitpunkte verlangen, daß samtliche jüngeren Mitglieder, die unserem Vereine beitreten wollen, verpflichtet sind, Hebräisch, jüdische Geschichte und Geschichte der judischen Turnbewegung zu lernen, sei es in unseren Kursen, sei es außerhalb dieser. Zukunftsmusik! die aber in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden durfte, wenn wir mit Energie an unsere Arbeit gehen. Mit der Nationalisierung der Vo r t u r n e r s c h a f t ist jedoch noch nicht alles getan. Den Vorturnern muß darum außerhalb des I urnbodens auch Gelegenheit gegeben werden, mit ihren Turnern ruhlung zu nehmen, sie national zu beeinflussen. Andererseits müssen 1 urner und Turnerinnen sich zusammengehörig fühlen, ein kam er ads?n?ftl icher Geist muß alle vereinen. Hier gilt es eine Institution nachahmen, die unsere Blauweißvereine mit großem Geschick gebrauchen, nämlich die sogenannten Heimabende. Es sinJ dies gesellige Zusammenkünfte ganz eigener Art. Im Ausdruck liegt schon aie eigentliche Bedeutung. Es sind Abende im Kleinen, Abende, in denen man bei sich zu Hause in der Atmosphäre der trauten Geborgenheit, im Kreise der Seinen lebt. Jüdische Heimabende naben eine Voraussetzung, es müssen jüdische Zwecke sein, denen sie qienen sollen. Jüdische Heimabende sind die gemütliche Fortsetzung von Hebräisch- und Geschichtskursen. Sollen die Vorträge i h a*^' Spiele und Tänze, die an diesen Abenden unsere Jungen und Aelteren in Frohsinn vereinen, ihren Zweck erreichen, dann dürfen unsere jüdischen und hebräischen Dichter, unsere Volks- und hebräischen Wanderlieder keine fremden Dinge sein, sie müssen vielmehr Verständnis finden und zu Heimatklängen werden, fa h •'üdiscne Gemeinschaft! Das Wort wurde in der letzten Zeit vielfach gebraucht unc* in vielfacr,em Sinne. I c h verstehe darunter nicht sah?meinscnaft der Auserwählten, der sich zu einer bestimmten Aufgaoe besonders geeignet fühlenden, ich verstehe vielmehr hierin die sJe m.e' n Schaft der Juden schlechthin, allerdings sofern iürT 1? nationa,e Existenz bejahen. Es ist die heilige Mission der kr tt?n Turnvereine, diese jüdische Gemeinschaft in echt demo- Hp- Ckm ^eiste zu verwirklichen, und ein Mittel hierzu sind unsere VnuT nde- Da so,len a,le wissen und fühlen, daß sie einem Haft an8enören und daß dieses Volk geknechtet und bedrängt ist, ua» es im G a 1 u t h lebt, daß es aber genesen will und im Begriffe ist, 10

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