Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492385-5965084-5965418--837-4923618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
15 Bei Frauenabteilungen schränke man das anstrengende Geräteturnen zugunsten der Frei- und Ordnungsübungen ein und setze an die Stelle der volkstümlichen Uebungen das Riegenturnen. In der Hauptsache treffen meine bisherigen Ausführungen auch auf das Frauenturnen zu. Jedoch hat die Auswahl der einzelnen Uebungen aus den verschiedenen Uebungsgebieten nach den besonderen Gesichtspunkten zu erfolgen. Als Leitfaden kann ich die Werke empfehlen von: Neuendorff: Handbuch f. Frauenabteilungen,VerlagTäubner, Leipzig. Heeger: Uebungsbeispiele für das Turnen der weibl. Jugend, Eberhardt, Leipzig. . Schützer: Die Turnerin, Verlag Leion-Hof. Potschka und Etzold: Handbuch für die Ausbildung von Vorturnern. Dr. S. A. Schmidt, Physiol. der Leibesübungen. O. Wedler: Die Hilfeleistung bei Geräteturnen. Verleger: M. Etzold, Wels (Ob. - Oester.). 2. Vogtländer, Leipzig. 3. Arbeiter- Turnerbund, Leipzig. Die Grundbedingung für einen geordneten Turnbetrieb bildet eine gut ausgebildete Vorturnerschaft. Es muß daher das Bestreben eines jeden Turnleiters sein, sich geeignete Turner als Vorturner heranzubilden. Bei ihrer Auswahl, dürfen nicht nur turnerische Fertigkeiten, sondern auch menschliche und jüdische Qualifikationen maßgebend sein. Für die Vorturnerausbildung ist notwendig 1. „Ein turntechnischer Kurs (empfehlenswerte Werke sind: Möller »Der Vorturner", Verlag Petzold, „Das Hilfegeben, Einführung in die Physiologie der Leibesübungen sowie erste Hilfe bei Unglücksfällen". 2. Ein national-jüdischerKur s*), der den Vorturner befähigt, auf Heimabenden seine Riege in unserem Sinne zu erziehen. Denn wir wollen nie vergessen, daß uns die Turnerei immer nur ein Mittel zum Zweck, nie aber Selbstzweck sein soll. Die neuen Aufgaben der jüdischen Turnnereine. Von Dr. Heinrich Schiffmann, Wien. Wir gelangen immermehr zu der Erkenntnis, dass die außerordentliche Lage der Juden außerordentliche Mittel erfordere, und in richtiger Würdigung dieses Standpunkts müssen wir unsere Turn- und Sportvereine ausschließlich und allein nach unseren nationalen Bedürfnissen gestalten. Welchen Weg gilt es nun einzuschlagen? Da ist zunächst die Vorturnerfrage. Sehen wir vorläufig ab vom Herrenturnen, von dem später npch gesprochen werden soll, und behalten wir das Damen- und Jugend-, bezw. Kinderturnen im Auge. *) vgl. den folgenden Artikel. 1 0